«Mein Bauch gehört mir», heisst es. Unser Kolumnist ist der Meinung, dass es diesen Slogan nur solange gibt, bis Männer Verantwortung übernehmen.
Sam Urech
Sam Urech besucht die Freikirche FEG Wetzikon. - Fotograf: Sebastian Heeb

Das Wichtigste in Kürze

  • Sam Urech aus dem Zürcher Oberland ist Halleluja-Kolumnist auf Nau.ch.
  • Den Autor erreichen Sie unter sam@hisam.ch oder auf Social Media.

Im letzten Jahr kam es in der Schweiz zu 10'906 Abtreibungen. Dies ist die höchste Zahl seit das «Bundesamt für Statistik» diese Zahlen erhebt.

10'906 Abtreibungen. Was macht das mit Ihnen?

Mich macht diese hohe Zahl enorm traurig. Traurig für die 10'906 getöteten Menschen und traurig, dass es in 10'906 Fällen für die Entscheidenden offenbar keinen anderen Ausweg gab.

Nun, über Abtreibung zu reden, ist gefährlich. Warum ist das so? Leider meinen viele, dieses Thema sei nur eine Frauenrechtsfrage.

Ganz nach dem Motto «Mein Bauch gehört mir». Ein Slogan, der in meinen Augen trauriger nicht sein könnte. Warum?

Hintergrund dieses Slogans

Selbstverständlich gehört jeder Bauch dieser Welt nur derjenigen Person, die den Bauch trägt. Nichts und niemand darf einen anderen Menschen physisch oder psychisch für sich reklamieren.

My Body My Choice
Schon richtig, ja. Es gibt jedoch ein Aber. - AdobeStock

Das Problem an diesem Slogan: Er verschweigt, dass ein weiteres Leben im Bauch involviert ist und er suggeriert den Männern, dass sie die Klappe halten sollen. Dass sie keine Verantwortung treffe.

Was für ein Irrtum! Aber Moment mal: Was war zuerst? Frauen, die Männer aus der Verantwortung drängten oder waren es die Männer, die sich selbst der Verantwortung entzogen?

Werden Frauen unterdrückt und auf ihre Gebärfähigkeit reduziert, müssen sie für sich selbst kämpfen. Dass dann ein Slogan wie «Mein Bauch gehört mir» entsteht, liegt auf der Hand.

Nun können wir Lebensbefürworter auf die Feministinnen zielen und ihnen die Schuld für Abtreibungen zuschieben. Hilft das weiter? Kaum.

Männer müssen Lebensschutz fördern

Ich bin der Meinung, dass wir Männer uns fragen sollten: Wie können wir durch das Übernehmen von Verantwortung in der Beziehung zur Frau den Lebensschutz mitgestalten?

Viele Männer meinen aufgrund biblischer Prägung oder Tradition, sie hätten das letzte Wort in einer Beziehung.

Nun, so wie ich die Bibel verstehe, ist die Aufgabe anders gemeint: Männer sollen ihren Frauen Sorge tragen, aktiv werden in der Beziehungsarbeit, Interesse zeigen, nachfragen und mitreden statt bestimmen.

Männer sollen eigene Bedürfnisse zurückzustellen zum Wohl der Frau und der Familie, alle Familienmitglieder fördern, Geborgenheit und Schutz anbieten.

In Verantwortung treten

Will die Frau eines solchen Mannes abtreiben? Oder anders gefragt: Zeugt ein solcher Mann überhaupt ein ungewolltes Kind?

Kann sein, ja. Aber die Abtreibungsrate wird enorm tauchen, wenn Männer bis zur letzten Konsequenz in Verantwortung treten und die ihnen von Gott zugeteilte Rolle des dienenden Familienoberhauptes ausleben.

Abtreibung
Es braucht Männer, die ebenfalls Verantwortung übernehmen. - AdobeStock

Also: Lassen wir nicht zu, dass Feministinnen das Kinderkriegen für sich reklamieren, indem wir für unsere Söhne solche Vorbilder sind, dass sie erst gar nicht auf die Idee kommen, ein Kind zu zeugen, wenn die Mutter das Kind nicht austragen kann oder will.

Lieben wir unsere Frauen!

Kämpfen wir Männer dafür, dass eine Schwangerschaft keine Karriere killt. Kämpfen wir dafür, dass Frauen sozial abgesichert werden, wenn der Vater des Kindes plötzlich kalte Füsse bekommt.

Wenn wir Männer Gutes tun wollen, können wir im Job Vollgas geben, ach so tolle Kolumnen schreiben oder sonst die Welt retten. Vielleicht könnten wir auch einfach anfangen, für unsere Familien Verantwortung zu übernehmen.

Jesus sagte mal: Wer gross sein will, soll Menschen dienen. Ich leite daraus ab: Männer, dienen wir unseren Frauen! Zum Schutz ungeborener Babys.

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«Sam ist schlimmer als die Pandemie und Hochwasser»

Zum Autor:

Sam Urech ist 37-jährig, verheiratet und Vater von zwei Buben. Mit seiner Familie besucht er die Freikirche FEG Wetzikon. Sam ist selbständiger Kommunikationsberater und in Ausbildung zum Seelsorger.

Er liebt seine Familie, Gimmelwald, Schwarzmönch Black Ale, den EHC Wetzikon, Preston North End und vor allem Jesus Christus. Sam schreibt wöchentlich auf Nau.ch über seine unverschämt altmodischen Ansichten. Wenn Sie hier klicken, finden Sie alle seine Halleluja-Kolumnen.

Fragen oder Anregungen? Sie erreichen Sam via samurech.ch

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