In rund zwei Wochen findet die Weltklimakonferenz statt. Klimastreik Schweiz erklärt im Gastbeitrag, warum am Freitag weltweit fürs Klima demonstriert wird.
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Klimakids Klimastreik - Klimakids

Das Wichtigste in Kürze

  • Am Freitag wird weltweit für das Klima demonstriert.
  • In der Schweiz werden in Bern, Biel, Neuchâtel und Genf Demonstrationen stattfinden.
  • Der Klimastreik Schweiz erklärt im Gastbeitrag, weshalb dies nötig ist.

Am 22. Oktober ist es wieder so weit: Rund um den Globus gehen Menschen als Teil des internationalen Klimastreiks für Klimagerechtigkeit auf die Strasse. Dass das Datum keinesfalls zufällig gewählt ist, zeigt ein kurzer Blick in den Kalender. Keine zwei Wochen später beginnt in Glasgow die 26. Weltklimakonferenz, kurz COP26.

Bei der COP26 kommen Vertreter und Vertreterinnen vieler Staaten zusammen. Sie haben das gemeinsame Ziel, Schritte zu definieren, die die Erderwärmung im Rahmen des Pariser Abkommens halten würden. Bezeichnenderweise sorgten die vergangenen 25 Konferenzen nicht dafür, dass die Emissionen reduziert wurden. Stattdessen stiegen diese seit der ersten Konferenz immer weiter an.

Kein Land war verpflichtet

2015 einigten sich die Länder in Paris darauf, die Erderhitzung auf maximal 2 °C zu begrenzen. Sie wollten zusätzlich Anstrengungen unternehmen und den Temperaturanstieg auf unter 1.5 Grad zu begrenzen.

Die verheerenden und irreversiblen Folgen der Klimakrise sollten damit so klein wie möglich gehalten werden. Das Abkommen verpflichtet jedoch keines der unterzeichnenden Länder, ihre Versprechungen auch wirklich einzuhalten. Jedes Land kündigt mit nationalen Klimaschutzzielen an, wie stark es seine Emissionen reduzieren wird.

Zählt man aber alle diese Versprechen zusammen, kommt man nicht etwa auf eine Erwärmung von 1,5 Grad. Die Erwärmung beträgt eher von 3,7 °C. Solch ein dramatischer Temperaturanstieg hätte Folgen für Mensch und Ökosysteme. Das modelliert der neu erschienene Bericht der ersten Arbeitsgruppe des Klimarats IPCC.

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Viele Kinder in Madagaskar hungern. - AFP/Archiv

Die Modelle basieren auf der jüngsten Datenlage. Sie zeigen, dass die Konsequenzen, die auf uns zukommen, die bisherigen Erwartungen in der Härte noch übertreffen werden. Zumindest beim derzeit weltweit eingeschlagenen Reduktionspfad.

All das mag abstrakt und weit weg klingen. Doch die zerstörerische Kraft der Klimakrise konnte auch diesen Sommer wieder auf der ganzen Welt beobachtet werden: In Madagaskar bricht als Folge extremer Trockenheit eine Hungerkatastrophe aus. Teile Chinas stehen unter Wasser und Südeuropa steht in Flammen. Sogar im Nachbarland Deutschland sterben mehrere Hundert Menschen aufgrund der Starkniederschläge.

Klimastreik verlangt Schluss mit leeren Worten

Auch in der Schweiz hat es wieder einmal zahlreiche Extremwetterereignisse gegeben. Klar muss also sein, dass wir mittendrin stecken in den Szenarien, die Wissenschaftler errechnet haben. Bereits heute verlieren täglich Menschen ihre Lebensgrundlage, ihre Heimat und ihr Leben an die Klimakrise. Und aktuell sind das erst die Folgen einer Erwärmung um circa 1,1°C.

Angesichts dessen ist die Forderung der Klimagerechtigkeitsbewegung klar und deutlich: So kann es nicht weitergehen! An der COP26 muss Schluss sein mit den leeren Worten, mit dem Blablabla. Was es jetzt braucht, sind verbindliche Einigungen und vor allem entschlossenes Handeln. Die Stimmen der Länder, die jetzt und in Zukunft besonders hart von der Klimakrise betroffen sind, sollten gehört werden.

Andere Länder haben historisch gesehen durch hohe Emissionen die grösste Verantwortung auf sich geladen. Sie müssen nun durch schnelle und drastische Gegenmassnahmen der Situation gerecht werden. Für die Schweiz bedeutet das die unmittelbare Reduktion vom Ausstoss klimawirksamer Gase. Und Netto Null bis zum Jahr 2030, sowie den sofortigen Stopp aller Geldflüsse in fossile Energien.

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Von alleine wird das jedoch nicht passieren. Dafür braucht es den Druck von der Strasse, es braucht einen lauten und starken Klimastreik. Dafür gehen wir am 22. Oktober in Bern, Biel, Neuchâtel und Genf auf die Strasse.

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