Unvorstellbar, was Michael Ballack durchstehen muss. Als sein Sohn beim Quad-Unfall ums Leben kam, wo war da Gott?
Sam Urech
Sam Urech besucht die Freikirche FEG Wetzikon. - Fotograf: Sebastian Heeb

Das Wichtigste in Kürze

  • Sam Urech aus dem Zürcher Oberland ist Halleluja-Kolumnist auf Nau.ch.
  • Den Autor erreichen Sie via SamUrech.ch oder auf Social Media.

Unzählige Stunden habe ich Michael Ballack beim Fussballspielen zugeguckt. Es macht mich so traurig, dass sein Sohn Emilio (†18) tödlich verunfallte.

Kann mir auf dieser Welt kaum Schrecklicheres vorstellen, als das, was Ballack gerade erlebt. Wieso lässt Gott das zu? Unfassbar.

Auch wenn mir selbst nie etwas so Tragisches widerfahren ist, kenne ich ebenfalls diese Fragen: Gott, wo warst du? Warum hast du nicht eingegriffen?

Gott müsse «ein Arschloch» sein

Darauf zu vertrauen, dass der Gott der Bibel keine Fehler macht, ist sehr tröstend. In meinem Leben wurde dieses Vertrauen aber schon erschüttert. Was dann?

Vielleicht haben Sie nahestehende Menschen verloren oder sonst Schicksale erlebt, die Sie zum Schluss brachten, dass es keinen Gott geben könne.

Ein User hat diese Woche kommentiert, falls es Gott gebe, müsste er «ein Arschloch» sein, dass er so viel Leid zulasse. Gerne möchte ich im Video darauf antworten:

Wieso lässt Gott Leid zu?

Wie im Video erwähnt, lässt sich die Titelfrage meines Erachtens nicht kurz und knapp beantworten.

Aber die Einsicht, dass Gott ja gar nicht nur Gutes zulassen kann, weil ich sonst bei all meinen Fehlern, die ich mache, ebenfalls keinen Platz hätte, brachte mich weiter.

Auf der Suche nach mehr Antworten half mir ein Buch. Es heisst «Die Hütte» und triggert viele Christen, weil Gott darin als schwarze, wohlgenährte Frau dargestellt wird.

Ein Brief von Papa

Falls Sie damit klarkommen, möchte ich Ihnen sehr empfehlen, «Die Hütte» mal zu lesen oder die Verfilmung anzuschauen.

Kurzer Spoiler: Das Mädchen Missy wird entführt, die Polizei findet in einer entlegenen Hütte ihr blutverschmiertes Kleid.

Ihr Vater Mack bricht unter dem Schmerz zusammen, versinkt in Depressionen. Einestages erhält er einen Brief, dessen Absender ihn einlädt, sich mit ihm in jener Hütte zu treffen, in der das blutverschmierte Kleid von Missy gefunden wurde.

Der Brief ist nur mit «Papa» unterzeichnet. Aber Macks Vater war ein Kirchenältester und Alkoholiker, der seine Familie schwer misshandelte und Mack als Kind heftig verprügelte.

Mack macht sich trotzdem auf den Weg zu dieser Hütte und lernt da Gott kennen. Er stellt alle Fragen, die er schon immer stellen wollte – und erhält erstaunliche Antworten. Hier der Trailer:

Hat Sam viel Gutes über Gott aufgezeigt: Der Film, respektive das Buch: «Die Hütte». - Youtube

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Zum Autor:

Sam Urech ist 37-jährig, verheiratet und Vater von zwei Buben. Mit seiner Familie besucht er die Freikirche FEG Wetzikon. Sam ist selbständiger Kommunikationsberater und in Ausbildung zum Seelsorger.

Er liebt seine Familie, Gimmelwald, Schwarzmönch Black Ale, den EHC Wetzikon, Preston North End und vor allem Jesus Christus. Sam schreibt wöchentlich auf Nau.ch über seine unverschämt altmodischen Ansichten. Wenn Sie hier klicken, finden Sie alle seine Halleluja-Kolumnen.

Fragen oder Anregungen? Sie erreichen Sam via samurech.ch

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