Weihnachten ist nicht nur die Zeit für Geschenke – sondern auch für Dankbarkeit. Auch in diesen Zeiten gibt es viele Gründe zum dankbar sein.
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Coronavirus und Familienweihnachten: Experten sagen Ja. (Symbolbild) - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Giuseppe Gracia ist Schweizer Schriftsteller und Publizist.
  • Sein neuer Roman «Glorias Finale» erschien bei Nagel & Kimche, Zürich.
  • In einem Gastbeitrag betont er, wie wichtig Dankbarkeit für ein hoffnungsvolles Leben ist.

Weihnachten, der Geburtstag von Jesus Christus, ist auch eine Zeit des Schenkens und Beschenktwerdens. Eine Gelegenheit, sich nicht nur für materielle Geschenke zu bedanken. Sondern auch für die unwiederholbare Lebenszeit, die Menschen sich gegenseitig schenken.

Auch für das Geschenk des eigenen Daseins kann man an Weihnachten dankbar sein; und sich damit über die tiefere Bedeutung der Dankbarkeit klar zu werden. Gerade in Zeiten von Corona, mit einer gespaltenen, polarisierten Gesellschaft, die unter politischen, wirtschaftlichen und persönlich-familiären Spannungen leidet, scheint es rein äusserlich gesehen wenig Grund für Dankbarkeit und Freude zu geben.

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Insbesondere in der Weihnachtszeit zeigen sich fehlende soziale Kontakte und Menschen spüren stärker ihre Einsamkeit. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa - dpa-infocom GmbH

Doch Dankbarkeit ist fundamental. Ein Mensch, der nicht dankbar sein kann, wird auch nicht glücklich sein. Undankbarkeit bedeutet oft ein unzufriedenes Leben und führt in eine gesellschaftliche Stimmung der Gereiztheit, der Überempfindlichkeit und Dauererregtheit. Denn es gibt auf der Welt immer etwas, über das man sich aufregen kann, und Ungerechtigkeiten, die zum Himmel schreien.

Dankbarkeit führt zu Hoffnung

Im Alten Testament heisst es: „Die Hoffnung des Undankbaren schmilz wie winterlicher Reif und verrinnt wie unnützes Wasser.“ Biblisch gesehen verlieren undankbare Menschen also nicht nur ihre Lebensfreude, sondern auch ihre Hoffnungen. Eine undankbare Gesellschaft wäre demnach eine hoffnungslose Gesellschaft.

Das aber gilt es zu vermeiden, denn gerade heute braucht es mehr Hoffnung. Es braucht die Erkenntnis, dass der Mensch sich nicht selber macht, dass er die wichtigen Dinge im Leben alle empfängt: Liebe, Freundschaft, Verbundenheit mit dem Dasein. Das Wesentliche des Lebens ist Geschenk und damit Anlass zur Dankbarkeit.

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An Weihnachten zwitschert es für einmal nicht auf - sondern unter dem Baum. Überall auf der Welt werden Weihnachtslieder gesungen. - Pixabay

Auch, wenn heute oft eine Kultur der Selbstoptimierung und der Dauerempörung dominiert. In den sozialen Medien ist der Ton zuweilen brutal und gnadenlos. Das verursacht eine Menge Undankbarkeit, eine Menge Protest und Gegenprotest, Angriff und Gegenangriff. Das ist nicht gesund und macht die Gesellschaft krank.

Bekenntnis zum Leben

Umso wichtiger wäre es, sich an Weihnachten zu besinnen und wieder einmal dankbar zu sein: Für das Leben, für die Menschen, für eine Begegnung jenseits politischer und weltanschaulicher Differenzen. In einer solchen Stimmung lässt sich dann auch grosszügiger feiern, mit vielen Geschenken unter dem Weihnachtsbaum.

Weihnachten als Bekenntnis zum Leben, das uns geschenkt wurde. Religiös gedeutet: Weihnachten als das Fest, an dem die Menschen Gott nachahmen, der sich ihnen mit dem Jesuskind selber schenkt.

Mit den Worten des emeritierten Papstes Benedikt XVI.: «Der Himmel gehört nicht in die Geografie des Raums, sondern in die Geografie des Herzens. Und das Herz Gottes hat sich in der Heiligen Nacht in den Stall herabgebeugt. Und wenn wir uns darauf einlassen, dann berühren wir den Himmel.»

Giuseppe Gracia.
Giuseppe Gracia, Schriftsteller, Publizist und Kommunikationsberater. - zVg

Zum Autor: Giuseppe Gracia (54) ist Schriftsteller, Publizist und Kommunikationsberater. Sein neuer Roman «Glorias Finale» ist erschienen bei Nagel & Kimche, Zürich.

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