Eine Lungenfunktionsmessung mit dem sogenannten Gasauswaschungsverfahren kann den Verlauf der Zystischen Fibrose sogar bei Kindern vorhersagen.
Insel
Das Team um Florian Singer vom Inselspital in Bern berichtet über die zuverlässigen Prognosen. (Symbolbild) - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Forschende vom Inselspital Bern können den Verlauf von der Zystische Fibrose vorhersagen.
  • Das sogenannte Gasauswaschungsverfahren kann sogar bei Kindern angewendet werden.

Berner Mediziner haben gezeigt, dass eine Lungenfunktionsmessung mit dem sogenannten Gasauswaschungsverfahren den Verlauf der Zystischen Fibrose zuverlässig vorhersagt. Der Vorteil dieser Methode liegt darin, dass sie auch bei Kindern angewendet werden kann. In der Schweiz leben etwa tausend Menschen mit Zystischer Fibrose.

Bei der Krankheit wird aufgrund eines Gendefekts übermässig viel zähflüssiger Schleim in der Lunge gebildet. Heilen lässt sich die Erkrankung derzeit nicht. Aber medizinische Fortschritte haben die Lebenserwartung und die Lebensqualität Betroffener in den letzten Jahrzehnten stark erhöht. Je früher die Krankheit, die von mild bis lebensbedrohlich verlaufen kann, diagnostiziert und behandelt wird, desto besser.

Kräftiges Ausatmen um Lungenvolumen zu bestimmen

Normalerweise lassen Ärzte die Patienten kräftig Luft ausstossen, um das sogenannte Forcierte Exspiratorische Volumen zu bestimmen. Wird innerhalb der ersten Sekunde vergleichsweise wenig Luft ausgeatmet, deutet dies auf einen schlechten Zustand der Lunge hin.

Bei Kindern ist diese Methode allerdings nur begrenzt anwendbar. Aber gerade bei ihnen wäre eine frühe Bestimmung zur Schwere der Krankheit wichtig, um die Therapie gezielt anzupassen. Zudem bewegt sich der Wert in frühen Stadien fälschlicherweise häufig in einem normalen Bereich.

Forscher stützen sich auf regelmässige Messungen

Das Team um Florian Singer vom Inselspital Bern berichtet nun im Fachmagazin «European Respiratory Journal»: Mit dem Gasauswaschungsverfahren (Multiple Breath Washout, MBW) können zuverlässige Prognosen zum Überleben der Patienten gestellt werden. Bei dieser Untersuchung wird überprüft, wie gut der Gasaustausch in der Lunge funktioniert. «Damit haben wir einen Biomarker in der Hand, der auch bei Kindern zur Anwendung kommen kann.» Liess sich Singer in einer Mitteilung des Inselspitals zitieren.

Die Forschenden stützten sich für ihre retrospektive Studie auf regelmässige Messungen. Diese wurden zwischen 1980 und 2006 an 237 Patientinnen und Patienten im Alter von 5 bis 41 Jahren durchgeführt. Die Prognose bezog sich auf die Risikoabschätzung, innerhalb des Studienzeitraumes zu versterben oder eine Lungentransplantation zu erhalten.

Singer sagte: Die Eignung von MBW als Prognose-Instrument, schliesse eine wichtige Lücke bei der Diagnose und Therapie von Zystischer Fibrose.

Mehr zum Thema:

Inselspital Bern Studie