Ein 28-Jähriger Eritreer versuchte, in einer benachbarten Zürcher WG eine Frau zu erwürgen. Im selben Zimmer brach er schon früher ein.
eritreer wg angriff
Das Bezirksgericht in Zürich ordnet neun Jahre Haft, eine Therapie und eine Ausweisung für den Täter an. - keystone
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Das Wichtigste in Kürze

  • Der Täter würgte die Bewohnerin des Zimmers und hielt ihr den Mund zu.
  • Diese konnte den Angreifer durch einen Biss in die Flucht schlagen.
  • Der Eritreer belästigte bereits früher zwei weitere Frauen in dem Zimmer.

Im Oktober 2022 brach ein 28-jähriger Eritreer in ein WG-Zimmer einer benachbarten Wohngemeinschaft in Zürich ein. Die 20-jährige Bewohnerin, die zu dem Zeitpunkt in ihrem Bett lag, erwachte, als der Eindringling in ihrem Schrank wühlte.

Die niederländische Austauschstudentin sprach den Mann an, worauf dieser nicht reagierte. Wie der Anklageschrift zu entnehmen ist, stürzte er jedoch auf sie zu, als sie sich aufrichtete. Das berichtet der «Tagesanzeiger».

Folgend setzte er sich auf sie und würgte die 20-Jährige. Als diese zu schreien versuchte, hielt er ihr den Mund zu.

Die Niederländerin biss ihm daraufhin in die Hand. Als der 28-Jährige diese wegzog, riss er ihr damit zwei Zähne aus und flüchtete.

Nicht der erste Einbruch in der Wohnung

Unter dem Verhalten des Täters mussten im gleichen WG-Zimmer bereits zwei weitere Frauen leiden. So zog eine frühere Bewohnerin aus, weil der junge Mann sie wiederholt durch das Fenster beobachtet hatte.

Ebenfalls brach der Eritreer laut «Tagesanzeiger» schon im Juli 2022 in den Raum ein. Das zu dem Zeitpunkt leerstehende Zimmer wurde von einer Freundin eines WG-Mitglieds zur Übernachtung genutzt.

Nachdem die Frau ihn entdeckte und mit dem Handy anleuchtete, packte er auch sie. Hier allerdings floh er, als sie schrie und sich wehrte.

Hereingekommen war der Eritreer damals durch ein offenes Fenster. Von der Polizei wurde die Tat vorerst als Teenager-Mutprobe vermutet. Erst mit dem zweiten Überfall stellte sich heraus, dass es sich um denselben Angreifer handelte.

Angeblich nur nach Geld gesucht

Der Täter beteuert derweil, dass er nur auf der Suche nach Wertsachen gewesen sei. Er habe «aus rassistischen Gründen» seine Lehrstelle verloren. Vom Sozialamt sei er finanziell zu wenig unterstützt worden und habe Geld gebraucht.

«Ich habe einfach das offene Fenster gesehen und die Gelegenheit genutzt. Ich dachte, ich würde etwas Wertvolles finden», erklärte er dem Richter. Angeblich sei er in beiden Einbruchsfällen sofort weggerannt, sobald er entdeckt wurde.

Erst auf eindrückliche Nachfrage des Richters gab der Eritreer zu, die Frau berührt zu haben. Er hätte ihr den Mund zugehalten, weil ihr Geschrei ihn gestört habe und er nicht entdeckt werden wollte. Gewürgt hätte er sie allerdings nicht.

Freiheitsstrafe, Therapie und Ausweisung

Das Bezirksgericht jedoch zweifelte nicht an der Schilderung der beiden Frauen. Die Verurteilung beläuft sich wegen versuchter Tötung auf neun Jahre Gefängnis sowie eine ambulante Therapie. Anschliessend muss der 28-Jährige die Schweiz für zehn Jahre verlassen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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