WWF

    WWF kritisiert «Schönheitswahn» bei Obst und Gemüse

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Bern,

    Viel essbares Gemüse landet im Müll – weil es nicht gut aussieht. Das kritisiert die Umweltorganisation WWF.

    Gemüse
    Viel essbares Gemüse landet im Müll. Hier sucht eine Frau in Argentinien in einer Tonne nach Essen. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ungefähr 40 Prozent der weltweit produzierten Lebensmittel werden nie gegessen.
    • Gründe sind laut dem WWF unter anderem nicht-normkonform gewachsene Gemüse.
    • Diesen «Schönheitswahn» sieht die Organisatio kritisch.

    Bis am Donnerstag sind rechnerisch gesehen alle seit Anfang Jahr produzierten Lebensmittel im Abfall gelandet. Die Umweltorganisation WWF rief Detailhandel, Verarbeiter und Konsumenten deshalb dazu auf, ihren «Schönheitswahn» bei Obst und Gemüse aufzugeben.

    Ungefähr 40 Prozent der weltweit produzierten Lebensmittel oder rund 2,5 Milliarden Tonnen würden nie gegessen, teilte der WWF Schweiz mit. Rechnerisch bedeute dies, dass alle Lebensmittel, die zwischen dem 1. Januar 2022 und Donnerstag produziert worden seien, weggeworfen wurden. In der Schweiz würden 330 Kilogramm Lebensmittel pro Person und Jahr verschwendet.

    Karotte
    40 Prozent der weltweit produzierten Lebensmittel werden nie gegessen. (Symbolbild) - Pexels

    Gründe sind laut dem WWF unter anderem nicht-normkonform gewachsene Gemüse oder Früchte, das Aussortieren von sehr reifer Ware oder optische Ansprüche der Konsumentinnen und Konsumenten.

    1,2 Milliarden Tonnen geniessbare Nahrungsmittel weggeworfen

    Konkret würden vor, bei und nach der Ernte geschätzte 1,2 Milliarden Tonnen geniessbare Nahrungsmittel weggeworfen, schrieb die Umweltorganisation mit Sitz in Gland VD. 1,3 Milliarden Tonnen seien es bei der Verarbeitung, dem Transport und Endkonsum.

    «Es darf nicht sein, dass wir einwandfreie Lebensmittel nur aufgrund ihrer Optik nicht als solche essen», wurde Mariella Meyer von WWF Schweiz in der Mitteilung zitiert. «Um Lebensmittelverschwendung einzudämmen, müssen wir auf allen Ebenen der Wertschöpfungskette ansetzen - vom Acker bis zum Teller». Auch in Haushalten werde entsorgt, was nicht mehr ganz frisch aussehe, aber unbedenklich zu geniessen wäre.

    Im April 2022 hatte der Bund einen Aktionsplan gegen Lebensmittelverschwendung veröffentlicht. Er wurde von 28 Unternehmen unterzeichnet.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Taxi
    297 Interaktionen
    Spritpreis steigt
    weidel
    173 Interaktionen
    Abstiegssorgen

    MEHR WWF

    Stieglitz Winter Samen Staude
    4 Interaktionen
    Untersuchung
    windpark
    5 Interaktionen
    Naturverträglich
    Verwaltungsgericht Bern
    2 Interaktionen
    Bern
    Wald
    2 Interaktionen
    Waldschutz

    MEHR AUS STADT BERN

    3 Interaktionen
    Kritik am Bund
    Kanton Bern
    Kanton Bern