Winterthurer Psychiater hatten keinen Einblick in Strafakten

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Winterthur Stadt,

Der Psychologe und Forensiker Jérôme Endrass versteht die Kritik am Entscheid der Winterthurer Psychiatrie, den späteren Messerstecher freizulassen. Er weist jedoch daraufhin, dass Ärzte relativ wenig Angaben zu Patienten hätten.

Ein 31-jähriger Islamist verletzte am Mittwoch drei Personen mit einem Messer. Der Zürcher Sicherheitsdirektor Mario Fehr (parteilos) sprach von einem «Terrorakt». (Archivbild)
Ein 31-jähriger Islamist verletzte am Mittwoch drei Personen mit einem Messer. Der Zürcher Sicherheitsdirektor Mario Fehr (parteilos) sprach von einem «Terrorakt». (Archivbild) - KEYSTONE/AP/Claudio Thoma

«Natürlich war die Einschätzung im Nachhinein gesehen fehlerhaft», sagte der stellvertretende Leiter des Zürcher Amts für Justizvollzug und Wiedereingliederung gegenüber Radio SRF. «Aber einem Psychiater liegen nicht die gleichen Informationen vor wie einem Forensiker.»

In der Regel hätten sie relativ wenig Dokumentation über die Patienten, insbesondere keinen Einblick in Strafakten oder das Vorstrafenregister. Ob dies noch zeitgemäss sei oder der Informationsaustausch besser werden müsse, sei Sache der Politik.

Die Integrierte Psychiatrie Winterthur (ipw) kündigte an, eine externe Administrativuntersuchung in die Wege zu leiten. Der mutmassliche Täter war in der Klinik als «nicht selbst- und fremdgefährdend» eingestuft worden. Der Sicherheitsdirektor des Kantons Zürich, Mario Fehr (parteilos), bezeichnete dies als «offensichtliche Fehleinschätzung».

Der 31-jährige vorbestrafte Islamist hatte sich erst am Montag in verwirrtem Zustand selber bei der Polizei gemeldet. Diese wies ihn über eine fürsorgerische Unterbringung in die Psychiatrie ein. Am Mittwoch durfte der Mann die Klinik verlassen. Am Tag darauf stach der mutmassliche Täter am Winterthurer Bahnhof auf drei Passanten ein.

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