Weitere Strafuntersuchung gegen Aargauer Ex-Grossrat eröffnet
Nach einer Hausdurchsuchung hat die Staatsanwaltschaft Baden AG eine weitere Strafuntersuchung gegen einen bereits angeklagten 57-jährigen Schweizer eröffnet. Der ehemalige Aargauer SVP-Grossrat ist wegen schwerer Sexualdelikte angeklagt.

Polizei und Staatsanwaltschaft erhielten nach der Anklageerhebung neue Hinweise auf mögliche Beweismittel, wie die Oberstaatsanwaltschaft am Freitag mitteilte. Die neuen Hinweise beträfen Räumlichkeiten, die nicht zum Wohnbereich des Beschuldigten gehörten.
Zuvor habe es keine Anhaltspunkte dafür gegeben, dass der Mann diese Räume entsprechend genutzt habe. Bei der Hausdurchsuchung stellten die Ermittler weitere Datenträger sicher. Spezialisten der Kantonspolizei würden die Daten auswerten. Sie untersuchten insbesondere, ob die Datenträger Beweismittel für bislang nicht bekannte weitere Taten enthielten, hiess es.
Eine erste Sichtung deute auf umfangreiche Bestände hin. Diese stehen laut Mitteilung wahrscheinlich im Zusammenhang mit den bereits angeklagten Straftaten. Die genaue Auswertung stehe noch aus.
Die Ermittler fanden bei der bisherigen Auswertung keine Aufnahmen mit neuen Opfern, wie es hiess. Falls die Spezialisten bereits bekannte Betroffene auf den Aufnahmen erkennen würden, informiere die Staatsanwaltschaft diese Frauen direkt.
Die Staatsanwaltschaft hatte im Juli Anklage gegen den 57-Jährigen, den ehemaligen SVP-Grossrat Patrick Frei, wegen versuchten Mordes und schwerwiegender Sexualdelikte erhoben. Sie fordert eine lebenslange Freiheitsstrafe.
Der Beschuldigte aus dem Bezirk Baden befindet sich laut Staatsanwaltschaft im vorzeitigen Strafvollzug. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung.






