Wegen Klimaerwärmung: Jetzt gibt es Zecken auch in höheren Gebieten
Zecken wagen sich zunehmend auch in höhere Gebiete vor – teilweise bis auf 2300 Meter, wie eine Umfrage zeigt. Ausschlaggebend dafür ist die Klimaerwärmung.

Das Wichtigste in Kürze
- In Gebieten bis auf 1500 Meter über Meer werden regelmässig Zecken beobachtet.
- Das zeigt eine Umfrage in Graubünden des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SLF).
- Durch den Klimawandel sind Zecken heute vermehrt in höher gelegenen Gebieten anzutreffen.
Über 900 Rückmeldungen einer Umfrage sprechen eine klare Sprache: Zecken kommen im Graubünden immer häufiger auch in höheren Lagen vor. Die Umfrage stammt vom Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) in Davos.
In der Umfrage im Verlaufe des Sommers gaben Bündner an, wo sie Zecken beobachten oder von ihnen gestochen werden.
Die Biologin Anne Kempel vom SLF zeigt sich gegenüber SRF erfreut. Dies, «weil die Rückmeldungen sehr schön im Raum und vor allem über die Höhenlagen verteilt sind». Dadurch könne das SLF gute Rückschlüsse auf das Zeckenvorkommen in den Bündner Bergen ziehen.
Auch auf 2300 Metern wurden noch Zecken gefunden
Praktisch flächendeckend anzutreffen seien die Zecken bis auf rund 1400 Meter über Meer. Erst ab 1500 Metern werden sie deutlich seltener an Menschen beobachtet, so die ersten Auswertungen der Umfrage.
Doch sogar auf über 2000 Metern gibt es noch Zecken, wobei einzelne Teilnehmende gar Zeckenfunde auf rund 2300 Metern meldeten.
Auch die Landwirtschaft lässt vermuten, dass Zecken auf über 2000 Metern keine Seltenheit sind: «Auf jeder zweiten bis dritten Alp über 2000 Meter sind Zecken an Nutztieren gefunden worden», so SLF-Biologin Kempel.
Zecken haben sich in höheren Lagen ausgebreitet
Die Umfrage scheint eines zu verdeutlichen: Zecken haben sich in den höheren Lagen erst in den vergangenen Jahren ausgebreitet.
Viele Teilnehmende gaben nämlich an, dass es in ihrer Region früher keine Zecken gab. Besonders in Lagen zwischen 1400 und 1500 Metern häufen sich solche Rückmeldungen.
Anne Kempel erklärt gegenüber SRF, dass die Klimaerwärmung wohl eine massgebliche Rolle spielt. Die Lebensbedingungen für Zecken würden sich nämlich mit steigenden Temperaturen in höheren Lagen verbessern.
Die SLF-Biologin zieht folgenden Schluss: «Das zeigt ganz klar, dass auch Zecken auf die Klimaerwärmung reagieren und ihr Verbreitungsgebiet in die Höhe ausweiten».
Bisher steht das SLF noch am Anfang der Datenauswertung. Das Institut will genauer untersuchen, wo Zecken im Graubünden vorkommen und wie sich ihr Verbreitungsgebiet verändert hat. Weitere Untersuchungen sind ab 2027 geplant.
In Zukunft soll unter anderem untersucht werden, ob Zecken in höheren Lagen dieselben Krankheitserreger übertragen, wie in tieferen.













