Wegen Kiesweg: Im Berner Mittelland fliegen die Fetzen
Zoff zwischen einem Landwirt und einem Gemeinderat: In Walkringen BE sind sich zwei Nachbarn spinnefeind. Hintergrund ist ein Kiesweg.

Das Wichtigste in Kürze
- In Walkringen BE tobt ein Streit zwischen einem Landwirt und einem Gemeinderat.
- Grund für den Zoff ist ein Weg auf dem Grundstück des Bauern.
- Diesen soll der Lokal-Politiker ohne Einverständnis einfach ausgebaut haben.
- Aufgrund des Zanks beschlagnahmte die Polizei bereits Waffen.
Ein Bauer (40) und ein Gemeinderat (68) von Walkringen BE sprechen nicht mehr miteinander.
Im Zentrum des Zoffs unter Nachbarn steht ein Weg, wie der «Blick» berichtet. Diesen baute letzterer auf etwa 500 Metern aus, obwohl dieser sich auf dem Grundstück des Landwirts befindet. Ein Einverständnis lag nicht vor.
«Wäre bereit gewesen, eine gemeinsame Lösung zu finden»
Die Häuser der Streithähne liegen mehrere hundert Meter auseinander. Der bereits angesprochene Weg ist die einzige Möglichkeit, das Haus des Gemeinderats zu erreichen. Er hat deshalb ein Fuss- und Fahrwegrecht.
Problem jedoch: Im ursprünglichen Zustand war dieser nur mit landwirtschaftlichem Gerät befahrbar. «Ich wäre bereit gewesen, eine gemeinsame Lösung zu finden», erklärt der 40-Jährige dazu der Zeitung.

Doch dazu kam es nicht. Im Herbst 2023 habe der Gemeinderat Nägel mit Köpfen gemacht und begonnen, zu baggern und Kies zu verteilen.
Für den Bauern sei hier eine rote Linie übertreten worden. Eine Einladung zum Dialog sei vom 68-Jährigen stets ausgeschlagen worden.
Morddrohungen? Polizei muss Häuser durchsuchen
Somit wurden die Behörden in diesem Fall eingeschaltet. Es beginnt ein Hickhack, welches sogar in Hausdurchsuchungen mündete. Gemäss der Gemeinde habe es von beiden Seiten Morddrohungen gegen den jeweils anderen gegeben.

Beim Landwirt wurden gar Waffen und Munition beschlagnahmt. Gegenüber dem «Blick» spricht er von einem Missverständnis. Wie der Polizeibesuch beim Gemeinderat verlief, ist unklar.
Dieser möchte sich nicht äussern aufgrund des laufenden Verfahrens. Lediglich erklärt er, der Fall sei «sehr belastend».
Was die Legalität des Kieswegs betrifft, scheint auch bei den Behörden Uneinigkeit zu herrschen. Das kantonale Amt für Wald und Naturgefahren hält den Weg für «mangelhaft» und widerrechtlich, da es nie ein Baugesuch gab. Der Bauer als Eigner sorgt sich vor allem um die Haftung bei allfälligen Schäden.
Die Gemeinde sieht es anders. Eine Prüfung habe ergeben, der Weg sei legal. Es handle sich um bewilligungsfreie Unterhaltsarbeiten. Eine wesentliche Veränderung oder Verbreiterung habe nicht stattgefunden.
Was die Verbreiterung angeht, widerspricht der Bauer. Bei einer baulichen Veränderung hätte es die Zustimmung des Eigentümers gebraucht.
Eine Einigung in dem Fall steht weiter aus. Sollte es zu einer solchen nicht kommen, will der 40-Jährige darüber nachdenken, den Ursprungszustand wiederherzustellen.








