Wegen KI: Geisteswissenschaften könnten bald wieder gefragter sein
Geisteswissenschaften sind für Studierende nicht attraktiv. Das könnte sich durch KI ändern. Denn der Arbeitsmarkt wandelt sich.

Das Wichtigste in Kürze
- Eine Studie zeigt, dass immer weniger Leute Kultur-, Literatur- und Sprachwissenschaften studieren.
- Ein Grund dafür ist die Angst vor Arbeitslosigkeit nach dem Studium.
- Dieser Trend könnte sich aber verändern, weil sich durch die KI der Arbeitsmarkt wandelt.
Es ist ein verbreitetes Klischee: Wer geisteswissenschaftliche Fächer studiert, findet später keinen richtigen Job.
Durch solche Aussagen haben Fächer wie Sprach- oder Kulturwissenschaften unter Studierenden an Attraktivität verloren.
Geisteswissenschaftliche Fächer werden oft als brotlos bezeichnet. Aufgrund dieser Debatte hat die Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW) eine Studie in Auftrag gegeben. So sollten erstmals die Entwicklung der Studierendenzahlen ausgewertet werden, berichtet «SRF».
Die Zahlen sind sehr unterschiedlich. Nicht in allen geisteswissenschaftlichen Fächern gab es einen gleich starken Rückgang an Studierenden. «Psychologie etwa ist ein Boom-Fach», erklärt Lea Haller, Co-Generalsekretärin der SAGW, gegenüber «SRF».
Aber anders sieht es in den Kultur-, Literatur- und Sprachwissenschaften aus. Dort gäbe es laut Haller tatsächlich einen massiven Rückgang an Studierenden.
KI verändert, was als sichere Berufswahl gilt
Ein Grund dafür sei die Angst vor Arbeitslosigkeit nach dem Studium. «In den 1980ern haben viele noch eher gedacht: Ich studiere das, worauf ich Lust habe!», sagt Haller.
Auch die Förderpolitik spiele eine Rolle. Laut Haller fliesst in der Schweiz viel Geld in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Geisteswissenschaftliche Fächer erhalten deutlich weniger Unterstützung.
Doch KI verändert den Arbeitsmarkt, und was bislang als sichere Berufswahl galt, gilt jetzt nicht mehr unbedingt.
Wer Biologie studierte, fand früher problemlos einen Job in der Pharmaindustrie. Heute gestaltet sich der Einstieg schwieriger.
Auch als Informatiker hat man keine Job-Garantie mehr. Viele Tätigkeiten, die früher Fachkräfte erforderten, übernimmt heute Software.
«Eltern raten ihren Kindern oft zu Medizin oder Maschinenbau, dabei wäre Romanistik wohl die bessere Empfehlung», sagt Haller.
Denn Schulen zum Beispiel suchen dringend nach Lehrpersonen für Französisch.












