Vor 25 Jahren taucht der verschollene Unspunnenstein wieder auf

Keystone-SDA
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Bern,

Vor 25 Jahren ist ein Stück Berner Kulturgut wieder aufgetaucht: Der 17 Jahre zuvor gestohlene Unspunnenstein wird der Expo.02-Botschafterin Shawne Fielding im Kanton Jura als Bonbon verpackt übergeben. Seit 2005 ist er erneut verschollen.

Shawne Fielding, die Botschafterin der Landesausstellung Expo.02, erhält am 12. August 2001 den zuvor jahrelang vermissten Unspunnenstein überreicht. (Archivbild)
Shawne Fielding, die Botschafterin der Landesausstellung Expo.02, erhält am 12. August 2001 den zuvor jahrelang vermissten Unspunnenstein überreicht. (Archivbild) - Keystone/BIST / ROGER MEIER

Eigentlich ist der Unspunnenstein ein Wettkampfgerät, das beim Steinstossen so weit wie möglich gestossen werden muss. Erstmals wird 1808 am zweiten Unspunnenfest, das heutzutage noch alle zwölf Jahre stattfindet, mit dem originalen Stein gestossen.

Irgendwann wird der Stein jedoch zum Streitobjekt in der Jurafrage. 1984 wird er erstmals gestohlen. Die Béliers – die jungen jurassischen Separatisten – entwenden ihn aus dem Touristikmuseum Interlaken. Kein leichtes Unterfangen, der Stein wiegt 83,5 Kilogramm.

Der Turnverein Interlaken – ihm gehört der Stein – muss sich einen Ersatz besorgen. Dieser kommt seither an den Wettkämpfen zum Einsatz.

Am 12. August 2001 wird der 1984 gestohlene Stein zurückgegeben, offenbar aus privater Initiative und nicht mit den Béliers abgesprochen. Die Übergabe an Landesausstellungs-Botschafterin Fielding am Marché-Concours in Saignelégier im Kanton Jura ist eine Show.

Weil die Béliers den Stein bearbeitet haben, taugt er nicht mehr als Wettkampfgerät. Er wird in der Lobby des Hotels Victoria-Jungfrau in Interlaken ausgestellt.

Von dort verschwindet er 2005 erneut. Die Diebe lassen einen Pflasterstein mit aufgemaltem Jurawappen zurück. Seither ist der Stein verschollen.

Elisabeth Baume-Schneider, die erste jurassische Bundesrätin, sagt nach ihrem Amtsantritt der «NZZ am Sonntag», es wäre an der Zeit, den Stein zurückzugeben. Das ist vor rund drei Jahren – die Kantone Bern und Jura sind gerade daran, den Jurakonflikt auf institutioneller Ebene endgültig zu klären.

Baume-Schneiders Aussage bringt aber keine Bewegung in die Sache. Der Unspunnenstein bleibt bis heute verschollen.

Peter Michel, der Präsident des Turnvereins Interlaken und selber der erfolgreichste Steinstösser der Geschichte, sagt 2024 der Nachrichtenagentur Keystone-SDA: «Wir hätten den Stein noch immer gerne zurück». Er würde ihn einem Museum übergeben.

Eine gute Gelegenheit für eine Rückkehr an die Öffentlichkeit bietet sich dem Unspunnenstein an diesem Wochenende: Der Kanton Bern gastiert exakt 25 Jahre nach dem letztmaligen Auftauchen des Brockens erstmals am Marché-Concours in Saignelégier.

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