Der Bundesrat will künftig für 12- bis 16-Jährige ein Velohelm-Obligatorium einführen. Diesen Vorschlag lehnen vier Schweizer Städte jedoch ab.
Helmpflicht
Ein Junge zieht seinen Velohelm an. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Jugendliche im Alter von 12 bis 16 Jahren sollen einen Velohelm tragen.
  • Dies ist der Vorschlag des Bundesrats zur Bekämpfung von schweren Unfällen.
  • Vier Schweizer Städte sind jedoch gegen die Einführung einer Velohelmpflicht.

Die Städte Basel, Bern, Winterthur und Zürich wollen keine Velohelmpflicht für Jugendliche im Alter von 12 bis 16 Jahren. Sie lehnen die Pläne des Bundesrats deshalb ab. Stattdessen fordern sie eine bessere Veloinfrastruktur.

Das Velo sei ein «unkompliziertes Verkehrsmittel», schreiben die Städte in einer gemeinsamen Medienmitteilung vom Donnerstag. Mit der Einführung einer Helmpflicht würde dieser Vorteil verloren gehen.

Velo
Ein Velo (Symbolbild) - Keystone

Sie befürchten einen Rückgang des Velofahrens bei Jugendlichen, welche das Velo weniger benützen. Eine Helmpflicht würde dies noch verstärken, schreiben sie.

Schwere Unfälle bei Jugendlichen

Der Bundesrat regt eine Velohelmpflicht für 12- bis 16-Jährige im Rahmen der Revision des Strassenverkehrsrechts an. Dies als Reaktion darauf, dass immer mehr jugendliche Velofahrerinnen und Velofahrer schwer verunfallen. Am 10. Januar soll die zuständige Kommission des Nationalrates mit der Beratung beginnen.

Der Fokus sollte besser auf dem Ausbau einer sicheren und attraktiven Veloinfrastruktur liegen. Dies anstatt der Einführung einer generellen Helmpflicht. So lautet die Ansicht der vier Grossstädte.

Helmpflicht nur bei Ländern mit schwacher Velonutzung

Denn Veloförderung sei dann effektiv, «wenn die Hürden für die Benutzung des Velos im Alltag niedrig sind». Dazu müssten in erster Linie Gefahrenstellen beseitigt und Velowege für alle Altersgruppen attraktiv und sicher sein.

Velo
Der Bundesrat soll künftig für 12- bis 16-Jährige ein Velohelmobligatorium einführen können. Über diesen Vorschlag diskutiert nun das Parlament. (Themenbild) - sda - KEYSTONE/STEFFEN SCHMIDT

Dieser Effekt sei wissenschaftlich erwiesen und lasse sich etwa in nordeuropäischen Städten beobachten, heisst es in der Mitteilung. Dort seien Velohelme kaum verbreitet. Eine generelle Helmpflicht würden nur Länder mit schwacher Velonutzung kennen, wobei die Sicherheit für Velofahrende aber nicht verbessert worden sei.

Der Schweizerische Städteverband hatte sich bereits gegen die Einführung der Helmpflicht ausgesprochen. Die Städte Basel, Bern, Winterthur und Zürich wiederholen diese Haltung nun nochmals. Sie weisen aber darauf hin, dass sie das freiwillige Tragen eines Helmes ausdrücklich unterstützen. Es stehe ausser Frage, dass ein Velohelm schütze und die individuelle Sicherheit erhöhe.

Mehr zum Thema:

Bundesrat