Trotz 30 Grad: Darum erleben wir gerade keine Hitzewelle

Keystone-SDA
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Bern,

Die Schweiz hat mit hohen Temperaturen den ersten Hitzeschub des Jahres erlebt. Von einer offiziellen Hitzewelle kann aber trotzdem keine Rede sein.

Heisse Temperaturen
Flussbaden im Mai: Momentan ist es aussergewöhnlich warm. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Am vergangenen Wochenende wurde in vielen Städten die 30-Grad-Marke geknackt.
  • Von einer Hitzewelle sprechen wir aber noch nicht.
  • Das hängt mit der sogenannten Tagesmitteltemperatur zusammen.

Die Schweiz ächzt derzeit unter hohen Temperaturen von über 30 Grad. Badis erleben einen Ansturm. Und das im Mai!

Von einer Hitzewelle kann man aber dennoch nicht sprechen. Das liegt auch an deren Definition.

Denn damit das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie (Meteoschweiz) von einer Hitzewelle spricht, braucht es eine gewisse Tagesmitteltemperatur. Diese muss an mindestens drei Tagen in Folge bei 25 Grad oder mehr liegen.

Sommer Hitze
Sommer gefälligst? Der Mai endet dieses Jahr mit viel Sonne und Hitze. - keystone

Wenn die Kriterien nur für eine maximale Zeitdauer von zwei Tagen erfüllt sind, wird dies als kurze Hitzeperiode bezeichnet.

Das entscheidende Wort ist Mitteltemperatur: Hier zählt der Durchschnitt von vollen 24 Stunden – inklusive der kühlen Nacht- und Morgenstunden.

Diese offizielle Schwelle wurde klar verfehlt. Auch wenn die Temperaturen den Tag über an vielen Messstationen auf über 30 Grad stiegen.

Für das Herz-Kreislauf-System ist die Nacht entscheidend

So erreichten beispielsweise die Temperaturen an der Messstation Basel-Binningen am Dienstag 32.5 Grad. Die Tagesmitteltemperatur lag hingegen mit 24.2 Grad unter der 25-Grad-Schwelle.

An der Messstation in Sion wurden am Dienstag sogar 33.9 Grad erreicht – auch hier lag aber die Tagesmitteltemperatur mit 24.7 Grad Celsius deutlich unter der Hitzewelle-Schwelle. An den Tagen davor war es noch etwas kühler.

Dass die Meteorologinnen und Meteorologen für Hitzewarnungen auf das 24-Stunden-Mittel schauen, hat einen medizinischen Grund.

Für den menschlichen Körper und das Herz-Kreislauf-System ist nämlich nicht die kurzzeitige Hitze-Spitze am Nachmittag das grösste Problem.

Entscheidend ist die Nacht: Bleibt es dann drückend schwül und warm, läuft der Körper permanent auf Hochtouren. Die Blutgefässe bleiben geweitet, der Puls hoch und der Schlaf ist wenig erholsam.

Weil es an diesem Pfingstwochenende nachts aber noch kräftig abkühlte, bekamen Herz und Kreislauf die dringend benötigte Erholungspause.

Pfingstsonntag war ein Hitzetag

Anders verhält es sich mit dem Begriff «Hitzetag». Damit ein Tag als Hitzetag in die Statistik eingeht, muss das Quecksilber die 30-Grad-Marke lediglich in seinem heissesten Moment knacken.

Basel und Sion erlebten am Pfingstsonntag also per Definition Hitzetage, auch wenn es für die Hitzewelle noch nicht reichte.

Dass es an Pfingsten so warm ist, sei «aussergewöhnlich, aber nicht rekordverdächtig», schrieb Meteoschweiz vergangene Woche in einem Blogbeitrag. So liegt der früheste Hitzetag noch ein Stück weiter zurück im Kalender.

Wie findest du die frühe Sommerhitze im Mai?

In Basel-Binningen (im Jahr 1945) und in Sion (im Jahr 1958) wurde der früheste Hitzetag an einem 10. Mai registriert. Der früheste Hitzetag in der gesamten Schweiz wurde im Jahr 2011 in Lugano bereits am 8. April registriert.

Im langfristigen Durchschnitt wird der erste Hitzetag im Schweizer Flachland aber erst im Juni erreicht. In Sion ist es üblicherweise der 7. Juni, in Basel-Binningen der 9. Juni.

Kommentare

User #1356 (nicht angemeldet)

Ach, unseren „Experten“ fällt schon etwas ein, um die „Klimasau“ auch diesen Sommer wieder durch das Dorf zu treiben.

User #2532 (nicht angemeldet)

Danke. Jetzt ist mir klar, warum die Kühlfunktion der Wärmepumpe noch ziemlich wirkungslos war.

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