Tuberkulose-Fälle in der Schweiz auf höchstem Stand seit 2018
Tuberkulose auf dem Vormarsch: 2025 gab es in der Schweiz und in Liechtenstein so viele Fälle wie seit 2018 nicht mehr.

Das Wichtigste in Kürze
- 2025 gab es in der Schweiz und Liechtenstein so viele Tuberkulosefälle wie seit 2018 nicht mehr.
- Besonders betroffen waren ausländische Jugendliche und junge Erwachsene.
- Der Anstieg hängt vor allem mit Migration und Fluchtbewegungen zusammen.
Die Zahl der Tuberkulosefälle in der Schweiz und Liechtenstein hat 2025 den höchsten Stand seit 2018 erreicht.
Der Anstieg betreffe vor allem Personen ausländischer Herkunft. Insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene, teilte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Donnerstag mit.
Im Jahr 2025 wurden in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein 544 Tuberkulose-Erkrankungen registriert.

Dies entspricht einer Zunahme von 112 Fällen gegenüber dem Vorjahr, wie das BAG am Donnerstag in seinem Bericht schrieb. Die Melderate stieg von 4,8 auf 6,0 Fälle pro 100'000 Einwohner.
Deutlich beschleunigt
Der seit 2022 beobachtete Anstieg habe sich damit deutlich beschleunigt. Trotz dieser Zunahme liegt die Schweiz bei den Fallzahlen unter dem europäischen Durchschnitt mit 8,4 Fällen pro 100'000 Einwohnern.
Die Zunahme der Fälle war fast ausschliesslich auf Personen zurückzuführen, die im Ausland geboren wurden. Die Fallzahlen bei Personen aus der Schweiz und Liechtenstein blieben stabil.

Besonders stark stiegen die Erkrankungen bei den 15- bis 19-Jährigen an. Die Zahl verdoppelte sich von 51 auf 102 Fälle. Diese Altersgruppe wies mit 22,3 Fällen pro 100'000 Einwohner die höchste Erkrankungsrate auf.
Männer waren mit 366 Fällen deutlich häufiger betroffen als Frauen.
Migrations- und Fluchtbewegungen
Das BAG führt die Entwicklung deshalb nicht auf eine verstärkte lokale Übertragung zurück. Sie spiegle vielmehr internationale Migrations- und Fluchtbewegungen sowie die globale epidemiologische Lage wider.
Die meisten gemeldeten Fälle nach Personen aus der Schweiz stammten aus Eritrea, Somalia und Afghanistan. Dies seien Länder mit einer deutlich höheren Tuberkulose-Inzidenz und gleichzeitig wichtige Herkunftsländer von Asylsuchenden.
Die Erfolgsquote der Behandlungen lag im Jahr 2024 bei 70,6 Prozent. Und damit deutlich unter dem Zielwert der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 90 Prozent.
Das BAG geht jedoch davon aus, dass der tatsächliche Erfolg höher liegt. Die Zahl werde durch eine unvollständige Erfassung der Behandlungsausgänge unterschätzt.
Für 14,6 Prozent der 2024 abgeschlossenen Fälle lag keine entsprechende Meldung vor. Als Grund dafür wird unter anderem die hohe Mobilität von Patientinnen und Patienten im Asylbereich genannt.








