Trainer wirft Fussballerinnen Belästigung vor – Opfer widerspricht
Beim FC Visp eskaliert der Streit um das Frauenteam. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Trainer wegen Ehrverletzung.

Das Wichtigste in Kürze
- Zwei Spielerinnen mussten nach einem Streit mit dem Trainer das Team verlassen.
- Der Trainer wirft den Spielerinnen vor, eine Mitspielerin belästigt zu haben. Diese widerspricht.
- Gegen den Trainer wurde wegen Ehrverletzungsdelikten Strafanzeige eingereicht.
Beim FC Visp eskaliert ein Konflikt um das Frauenteam. Trainer Elmar Schöpf soll Spielerinnen sexuelle Belästigung vorgeworfen haben.
Brisant: Die Frau, die er dabei als Opfer nannte, widerspricht dieser Darstellung. Sie sei nicht sexuell belästigt worden.
Gegen den Trainer liegt nun eine Strafanzeige wegen Ehrverletzungsdelikten vor.
Zwei Spielerinnen nach Streit mit Trainer rausgeworfen
Die Frauenmannschaft des FC Visp wurde auf die Saison 2025/26 hin neu gegründet. Schöpf übernahm das Team als Trainer.
Im Frühjahr 2026 kam es bei einem Heimspiel gegen Grimisuat zu einer lautstarken Auseinandersetzung zwischen Schöpf und Spielerinnen. Auslöser war der Wunsch einer Spielerin, ausgewechselt zu werden.
In der Folge mussten zwei Spielerinnen das Team verlassen.
Beim letzten Meisterschaftsspiel in Brig sprachen die Spielerinnen Schöpf auf den Ausschluss ihrer Teamkolleginnen an.
Dabei soll der Trainer erklärt haben, dass die Frauen eine Mitspielerin während eines Trainings gedemütigt und sexuell belästigt hätten. Auf die Nachfrage einer Spielerin, worauf sich der Vorwurf stütze, soll Schöpf nicht näher eingegangen sein.
Angebliches Opfer schreibt: Wurde nicht sexuell belästigt
Brisant: Die Frau, die laut Schöpf sexuell belästigt wurde, wusste offenbar zunächst nicht, dass der Trainer sie erwähnt hatte.
Zudem widersprach sie seiner Darstellung. Mehrere Quellen bestätigten dies gegenüber dem «Walliser Boten».
Laut Vereinspräsident Frederik Kreuzer hat die Frau in einer schriftlichen Stellungnahme festgehalten, dass sie nicht sexuell belästigt worden sei.
Rauswurf wird nicht rückgängig gemacht
Der Ausschluss der beiden Spielerinnen blieb bestehen. Der Vorstand begründete ihn mit Verstössen gegen interne Teamvereinbarungen.
Diese sollen ein funktionierendes Teamgefüge sicherstellen. Welche konkreten Verstösse den Spielerinnen vorgeworfen werden, liess der Verein offen.
Gegenüber dem «Walliser Boten» bestätigt der Vorstand, dass sich der Vorwurf der sexuellen Belästigung nicht erhärten liess.
Trotzdem sei der Ausschluss der beiden Spielerinnen vom Trainings- und Spielbetrieb «nicht zu beanstanden». Der Vorstand betrachtet den Vorfall als Konflikt zwischen Spielerinnen. Präsident Frederik Kreuzer weist zugleich die Darstellung zurück, der Verein habe sich für unzuständig erklärt.
Die Spielerinnen anerkennen Schöpfs fachliche Qualitäten, kritisieren jedoch seinen Umgang mit dem Team.
Staatsanwaltschaft ermittelt
Wegen Schöpfs Äusserungen wurde Strafanzeige wegen Ehrverletzungsdelikten eingereicht. Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud bestätigt gegenüber dem «Walliser Boten», dass das Verfahren hängig ist.
Erste Einvernahmen haben bereits stattgefunden. Mehrere ehemalige Spielerinnen sind bereit, den Ermittlungsbehörden Angaben zu den Vorgängen im Team und zum Verhalten des Trainers zu machen.
Schöpf selbst äussert sich kaum zu den Vorwürfen. Auf Anfrage verweist er auf die Stellungnahme des Vereins. Für den Trainer gilt die Unschuldsvermutung.












