Touris wollen am Berg gerettet werden - wegen Durst!

    Simon Binz
    Simon Binz

    Oberwallis,

    Wandern boomt, doch die Notfälle nehmen zu. Ein Pilot der Air Zermatt musste schon jemanden wegen Durst retten und spricht von einer Wohlstandsgesellschaft.

    Wallis
    Ein Helikopter der Air Zermatt im Wallis - die Bergrettung stand diesen Sommer im Dauereinsatz. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Wandern ist Volkssport Nummer 1, doch Notfälle in den Bergen nehmen zu.
    • Air-Zermatt-Pilot Robert Andenmatten musste schon eine Person wegen Durst retten.
    • Die Air Zermatt betont: Durst ist kein Grund für einen Rettungseinsatz.

    Wandern ist in der Schweiz der Volkssport Nummer 1. Rund vier Millionen Schweizerinnen und Schweizer wandern regelmässig. Dazu kommen viele Touristen. Doch der Boom hat eine Schattenseite. Notfälle und Konflikte in den Bergregionen nehmen zu.

    Die «Rundschau» stellte im jüngsten Beitrag die Frage: Was bedeutet das für die Bergretter in den Tourismusgebieten? In der am Mittwoch veröffentlichten Reportage kommen verschiedene Menschen zu Wort, die tagtäglich mit der tödlichsten aller Sportarten beschäftigt sind.

    Musstest du in den Bergen schon einmal gerettet werden?

    Dazu gehört etwa Robert Andenmatten. Er ist seit 35 Jahren Helikopterpilot bei der Air Zermatt. In dieser Zeit hat er viele Wanderunfälle erlebt. Das grösste Problem sind für ihn einzelne Personen, die sich schlicht überschätzen.

    Oft geht es um Schwächeanfälle. Es gibt auch kardiologische Vorfälle. Besonders häufig sieht Andenmatten aber Fussverletzungen. Manche Wanderer tragen schlechtes Schuhwerk. Andere versuchen es sogar mit High Heels auf dem Wanderweg.

    Rettung wegen Durst

    Auf ihren Einsätzen erleben die Retter aber auch Überraschungen. Pilot Andenmatten erzählt, dass heute schon bei einem «kleinen Wehwehchen» schon «eher schnell mal Hilfe angefordert» werde.

    Passend zu der Aussagen, liefert er auch gleich ein Beispiel mit. Er möge sich an einen Einsatz erinnern, bei dem er einen Bergunfall transportierte. «Da war der Grund, tatsächlich der Durst», sagt er.

    Air Zermatt Bergretter
    Robert Andenmatten von der Air Zermatt spricht von einer «Wohlstandsgesellschaft». - Screenshot/SRF

    Er habe abwägen müssen. «Es ist noch hell, jetzt mache ich das halt, bevor es dunkel ist.» Sein Fazit fällt aber deutlich aus. «Es ist schon auch eine Wohlstandsgesellschaft mittlerweile«.

    Kein Anspruch auf Entschädigung

    Die Air Zermatt betont, Durst sei kein Grund für einen Rettungseinsatz. Wer unversehrt gerettet wird, hat zudem keinen Anspruch auf eine Entschädigung der Krankenkassen.

    Kommentare

    User #1753 (nicht angemeldet)

    Ende 80er kamen wir auf die idee, uns die talabfahrt nach unterterzen selbst zu suchen. Als wir so 3 stunden später im dunkeln unten ankamen, konnte der helistart gerade nich verhindert werden.

    User #1429 (nicht angemeldet)

    Woher war der? Hat er oder sie es selber bezahlt?

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