Tourenleiter nach Lawinendrama in Meiringen BE verurteilt
Skitour endet vor Gericht: Ein Tourenleiter ist am Freitag in Thun wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung verurteilt worden. Sein Co-Leiter wurde freigesprochen.

Das Wichtigste in Kürze
- 2023 starben zwei Jugendliche bei einer Lawine in Meiringen BE.
- Der Tourenleiter wurde wegen fahrlässiger Tötung verurteilt.
- Der Co-Leiter wurde vom Gericht freigesprochen.
Ein Tourenleiter ist am Freitag in Thun BE wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung verurteilt worden.
Er war hauptverantwortlich für die Skitour, bei der 2023 in Meiringen zwei Jugendliche von einer Lawine erfasst wurden. Der Co-Leiter wurde freigesprochen.
Beim Unglück vom 21. März 2023 bei der Gstelliwang waren eine US-Amerikanerin und ein Brite ums Leben gekommen, die zur Skitourengruppe eines Internats gehörten.

An jenem Tag galt mässige Lawinengefahr der Stufe 2+. Gewarnt wurde insbesondere vor Lawinen im schwachen Altschnee.
Die erste Abfahrt verlief problemlos. Bei der zweiten Abfahrt löste sich eine Lawine und riss die beiden Jugendlichen über eine mehrere hundert Meter hohe Felswand mit.
Gefährliche Fehlentscheidung
Die Anklage wertete die zweite Abfahrt durch steiles Gelände als gefährliche Fehlentscheidung. Sie forderte einen Schuldspruch wegen fahrlässiger Tötung und bedingte Geldstrafen.
Dem hielt der hauptverantwortliche Bergführer entgegen, dass er keinen wesentlichen Unterschied zur ersten sicheren Fahrt gesehen und vor Ort keine Gefahrenzeichen wahrgenommen habe.
Die Verteidiger des Bergführers und des mitverantwortlichen Co-Leiters verlangten deshalb Freisprüche. Ein Nullrisiko gebe es nicht.








