Teurer geworden? Sprüngli erklärt das Rätsel um seine Truffes-Preise
Vier Truffes kosten bei Sprüngli plötzlich mehr. Dahinter steckt laut dem Unternehmen keine Preiserhöhung, sondern eine geänderte Gewichtsgrenze.

Das Wichtigste in Kürze
- Vier Champagner-Truffes kosteten bei Testkäufen zwischen 7.15 und 8.80 Franken.
- Im Mai wurde die Grenze für die Abrechnung pro Stück von 40 auf 50 Gramm erhöht.
- Laut Sprüngli blieben sowohl der Stück- als auch der Grammpreis unverändert.
Vier Champagner-Truffes, aber nicht immer derselbe Preis: Bei mehreren Testkäufen bei Sprüngli wurden zwischen 7.15 und 8.80 Franken verrechnet.
Darüber berichtete zunächst das Finanzportal «Inside Paradeplatz». Was auf den ersten Blick nach schwankenden oder gar erhöhten Preisen aussieht, hat laut Sprüngli jedoch einen anderen Grund.
Entscheidend ist das Gesamtgewicht der gekauften Pralinés. Eine Änderung dieser Gewichtsgrenze kann dazu führen, dass Kundinnen und Kunden für dieselbe Menge mehr bezahlen.
Grenze wurde von 40 auf 50 Gramm erhöht
Denn: Bis im Mai 2026 wurden Produkte aus dem Offenverkauf bei einem Gesamtgewicht von weniger als 40 Gramm pro Stück abgerechnet. Lag das Gewicht darüber, galt der Preis pro 100 Gramm.
Im Mai wurde diese Grenze laut Sprüngli von 40 auf 50 Gramm angehoben. Vorgegeben werde die Regelung vom Eidgenössischen Institut für Metrologie (Metas). Dieses ist das Kompetenzzentrum des Bundes für alle Fragen des Messens, für Messmittel und Messverfahren.

Das hat Folgen: Wiegen vier Standard-Truffes zusammen weniger als 50 Gramm, werden sie nun einzeln verrechnet. Bei einem Stückpreis von 2.20 Franken ergibt das insgesamt 8.80 Franken.
Vor der Umstellung konnten vier Truffes mit einem Gewicht von mehr als 40 Gramm dagegen nach Gewicht abgerechnet werden. Je nach tatsächlichem Gewicht fiel der Endpreis dadurch tiefer aus.
Sprüngli verneint Preiserhöhung
Sprüngli betont gegenüber Nau.ch, weder den Stückpreis noch den Preis pro 100 Gramm verändert zu haben. Geändert worden sei einzig die Grenze, ab der nach Gewicht abgerechnet wird.
Paradox: Die Sprüngli-Truffes können so also teurer werden. Und das ganz ohne Preiserhöhung der Confiserie.
Die bei den Testkäufen von «Inside Paradeplatz» verlangten 7.15 beziehungsweise 7.50 Franken erklärt sich das Unternehmen auf zwei mögliche Arten.
Entweder hätten die Einkäufe vor der Umstellung stattgefunden. Oder die Truffes seien noch nach Gramm statt pro Stück abgerechnet worden.
Der korrekte Preis für vier Standard-Truffes mit einem Gesamtgewicht von weniger als 50 Gramm betrage seit der Umstellung 8.80 Franken.
Gleiche Truffes, andere Abrechnung
Die höheren Kosten sind somit laut Sprüngli keine klassische Preiserhöhung. Trotzdem kann die neue Grenze für Kundinnen und Kunden genau diesen Effekt haben.
Vier Truffes, die zusammen zwischen 40 und 50 Gramm wiegen, wurden früher nach Gewicht verkauft. Heute wird für jedes einzelne Stück bezahlt.
Am Produkt selbst hat sich nichts geändert. An der Kasse kann die neue Berechnung dennoch einen spürbaren Unterschied machen.











