Nach den vom Bundesrat am Mittwoch beschlossenen Lockerungen bleiben gemäss der von der Kulturszene ins Leben gerufenen Taskforce Culture offene Fragen.
Alain berset
Bundesrat Alain Berset spricht während einer Medienkonferenz über die neusten Entscheide des Bundesrates zur Coronavirus-Pandemie, am Mittwoch, 23. Juni 2021, in Bern. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Kulturszene stellen sich nach den beschlossenen Lockerungen noch wichtige Fragen.
  • Unter anderem geht es um Kosten für Testkapazitäten an Veranstaltungen.

Die von der Kulturszene ins Leben gerufene Taskforce Culture mahnt nach den vom Bundesrat am Mittwoch beschlossenen Lockerungen offene Fragen an. So sei noch nicht geklärt, wer die Kosten für Testkapazitäten an Veranstaltungen mit Covid-Zertifikat übernehmen soll. Kulturveranstaltungen können wieder mit deutlich mehr Publikum und unter weniger strengen Auflagen stattfinden. Diese Stossrichtung stimme, so die Taskforce Culture in einer Mitteilung von Donnerstag.

Doch dann folgt das «Aber». Zwar solle künftig bei Veranstaltungen, die nur mit gültigem Covid-Zertifikat besucht werden dürfen, das Testmaterial für die vor Ort vorgenommenen Schnelltests vergütet werden. Doch die Kosten für die notwendige Testinfrastruktur und für das Fachpersonal vor Ort werden nicht übernommen. Das sei fragwürdig, so die Taskforce Culture, die eine breite Allianz von Verbänden aus allen Kulturbereichen vertritt. Zudem könnten diese Kosten nicht über die Ausfallentschädigungen geltend gemacht werden, wird weiter kritisiert.

Offene Fragen «schwächen» Konzept des Zertifikats

Darüber hinaus fragt sich die Taskforce Culture, ob in den Regionen, wo Grossveranstaltungen stattfinden, ausreichend Testkapazitäten zur Verfügung gestellt werden. Derartige offene Fragen würden das Konzept des Zertifikats «empfindlich schwächen», heisst es in der Mitteilung.

Im Nachgang zur Sommersession bedauert die Organisation, dass die Unterstützungsmassnahmen für die Kultur nicht bis April 2022 verlängert worden sind. Denn es sei absehbar, dass bis Ende Jahr im Kulturalltag noch keine Normalität herrschen werde, nicht zuletzt, weil Veranstaltende vom internationalen Touring der Künstlerinnen und Künstler abhängig seien. Dieses Tournee-Geschäft komme erst langsam wieder in Gang und werde sich nicht vor Frühjahr oder Sommer nächsten Jahres normalisiert haben, so die Taskforce Culture.

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