Tägerwilen TG: Dramatische Rettungsaktion am Seerhein

Keystone-SDA
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Bodensee,

Beinahe wäre ein Austausch-Schüler aus Schanghai letzten Sommer im Seerhein in Konstanz ertrunken. Lehrerin Eva Büchi holte den 15-Jährigen aus dem Wasser und leistete erste Hilfe. Am 4. Mai wird sie als Lebensretterin ausgezeichnet.

Der Unfall ereignete sich am Seerhein.
Der Unfall ereignete sich am Seerhein. - Twitter

Das Wichtigste in Kürze

  • Vor knapp einem Jahr rettete die Lehrerin Eva Büchi einen Austausch-Schüler aus dem Wasser.
  • Der Junge aus Shanghai wäre im Seerhein beinahe ertrunken.
  • Nun wird die Lehrerin für ihre Rettungsaktion ausgezeichnet.

«Ich freue mich riesig über diese Auszeichnung. Aber vor allem bin ich froh, dass der Verunfallte wieder ganz wohlauf ist. Das ist ein Wunder», sagt die Geschichts- und Deutschlehrerin der Kantonsschule Kreuzlingen zehn Monate nach dem schweren Unfall.

Die Ärzte des Uni-Spitals Zürich gaben dem Jugendlichen nur eine minimale Überlebenschance. Doch seit Ende Oktober ist der 15-Jährige aus Schanghai zurück in seiner Klasse und schreibt seiner Lebensretterin regelmässig E-Mails - und zwar auf Deutsch.

SLRG-Training half

Nachdem der Junge im Wasser des Seerhein abgetrunken war, holte die Lehrerin holte den leblosen Körper des Jungen aus dem Wasser. An Land versuchte Büchi den Knaben zu reanimieren.

Nach einer gefühlten Ewigkeit sagte eine Helferin zu Büchi: «Er ist tot, wir sollten ihm seine Ruhe lassen». Doch die Lehrerin, die erst wenige Wochen zuvor den Erste-Hilfe-Kurs aufgefrischt hatte, machte weiter. Nach einer endlos langen Zeit - in Wirklichkeit waren es zwölf Minuten - kamen der Rettungsdienst sowie die Rega. Der Verunfallte wurde ins Kinderspital St. Gallen geflogen. Kurze Zeit später musste er in eine Spezialabteilung des Universitätsspitals Zürich verlegt und an eine sogenannte externe Lunge angeschlossen werden.

«Am nächsten Tag beim Besuch im Spital sagten die Ärzte mir, seine Überlebenschance läge bei höchstens fünf Prozent», erinnert sich die Lehrerin. Doch dank modernster intensivmedizinischer Behandlung wachte der Patient zehn Tage nach dem Unfall auf. Einige Tage später konnte er zusammen mit seinen Eltern nach Shanghai zurückreisen.

Der Verunfallte gehört zu einer Austausch-Klasse aus Shanghai (Symbolbild).
Der Verunfallte gehört zu einer Austausch-Klasse aus Shanghai (Symbolbild). - Keystone

Strafverfahren eingestellt

Endgültig erleichtert war Büchi, als Ende Oktober das gegen sie eröffnete Strafverfahren eingestellt wurde. Sie hatte ihre Verantwortung als Lehrerin erfüllt.

Büchi erhält Auszeichnung

Am 4. Mai werden Büchi und weitere Retter von der Carnegie Stiftung in Bern mit dem Lebensretter-Preis ausgezeichnet. Dass man Lebensretterinnen und Lebensretter öffentlich auszeichne, sei sehr wichtig, findet die Lehrerin. Für die Retter als Dank und Anerkennung, aber auch als Fingerzeig für die Gesellschaft, um sich daran ein Vorbild zu nehmen. «Noch wichtiger wäre, wenn alle einen Erste-Hilfe-Kurs machen und diesen regelmässig auffrischen.»

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