Swissmem-Präsident warnt vor «Zeitenwende» - US-Exporte brechen ein

Keystone-SDA
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Bern,

Der Präsident des Industrieverbandes Swissmem, Martin Hirzel, spricht angesichts zunehmender protektionistischer Tendenzen von einer «Zeitenwende» für die Schweizer Industrie. Besonders alarmierend sei der Einbruch im US-Geschäft: «Wir haben von Oktober bis Dezember 18 Prozent weniger in die USA exportiert», sagt Hirzel im Interview mit der «Schweiz am Wochenende».

Martin Hirzel
Martin Hirzel ist Präsident von Swissmem. - keystone

Bereits im dritten Quartal seien die Exporte um über 14 Prozent gefallen. Zwei «solch schlechte» Quartale hintereinander habe es in den letzten Jahren nie gegeben, so Hirzel.

Übers Gesamtjahr beläuft sich das Minus in den USA laut Hirzel auf 8 Prozent, was einem Rückgang von rund 800 Millionen Franken entspricht. Als Hauptgrund nennt er das «Zollchaos», das die US-Regierung angerichtet habe. Die Unsicherheit sei massiv – «in einem so instabilen Umfeld kauft auch niemand eine Maschine, die Millionen von Dollar kostet». Trotzdem glaube er an den US-Markt: Sobald sich die Verunsicherung lege, sei mit einer Erholung zu rechnen. Entscheidend sei nun, das bestehende Zollabkommen zu sichern und die aktuell geltenden 15 Prozent Zölle zu stabilisieren.

Auch China enttäuscht laut Hirzel als Absatzmarkt. 2025 sei es ein «miserables China-Jahr» gewesen. Überkapazitäten und eine Investitionszurückhaltung belasteten das Geschäft, zudem sei China «keine Kopiernation mehr», sondern habe die Schweiz in gewissen Innovationsbereichen bereits überholt. Umso wichtiger sei eine Aktualisierung des Freihandelsabkommens mit China.

Mit Blick auf Europa zeigt sich Hirzel vorsichtig optimistisch. Der EU-Markt habe die Talsohle «hoffentlich durchschritten», zuletzt seien wieder mehr Exporte möglich gewesen – «sogar nach Deutschland». Dennoch exportiert die Schweizer Maschinenindustrie 56 Prozent ihrer Güter in die EU und bleibt damit stark abhängig vom Binnenmarkt.

Eine Abschottung der Schweiz lehnt Hirzel klar ab. Eine «Switzerland First»-Politik wäre «wirklich dumm». Die Industrie erwirtschafte 80 Prozent ihrer Umsätze im Export und sei auf offene Märkte angewiesen. Auch der starke Franken stellt laut Hirzel eine Belastung dar. Kurzfristig sei er «unser grösster Feind», weil er Innovation und Effizienzgewinne zunichtemache. Langfristig sei er jedoch «wahrscheinlich unser grösster Freund», da er tiefe Inflation und Zinsen sichere und die Unternehmen zu Innovation zwinge.

Kommentare

User #3081 (nicht angemeldet)

Experte haha ja da ist auch nau an der spitze

User #5542 (nicht angemeldet)

Judihui wir haben ein "neues" Wort das in die Matschrüben einfiltriet werden muss "Zeitenwende".

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