Suizidberatungen bei Pro Juventute haben sich verdoppelt

    Keystone-SDA
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    Bern,

    Pro Juventute intervenierte 2019 57 Mal wegen Suizidgefährdung. Diese Zahl hat sich 2022 verdreifacht.

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    Kinder und Jugendliche warten derzeit Monate auf eine psychiatrische Behandlung. (Symbolbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Pro Juventute ist eine Stiftung, die sich u.A für Kinder und Jugendliche einsetzt.
    • 2022 intervenierte sie in 161 Fällen wegen Suizidgefährdung.
    • 2019 waren es «nur» 57 Interventionen.

    Bei Pro Juventute sind 2022 täglich doppelt so viele Beratungen zu Suizidgedanken von Kinder und Jugendlichen eingegangen als vor der Pandemie im Jahr 2019. Markant gestiegen sind auch die Kriseninterventionen. Als Auslöser sieht das Jugendhilfswerk die «Multikrise».

    Seien es 2019 noch 57 Kriseninterventionen wegen Suizidgefährdung gewesen, habe sich die Zahl 2022 mit 161 Interventionen fast verdreifacht, schrieb Pro Juventute auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

    In solchen Situationen werde von der Telefon- oder Onlineberatungsstelle 147 Polizei oder auch Ambulanz aufgeboten. Zuvor hatte Radio SRF in der Sendung «Tagesgespräch» von der Not der Jugend berichtet.

    Die Zahl der Beratungen zu Suizidgedanken bei 147 habe sich von täglich 3 bis 4 im Jahr 2019 auf 7 bis 8 im vergangenen Jahr verdoppelt. Der Beratungsaufwand habe in den letzten zwei Jahren insgesamt um 40 Prozent zugenommen. Auch Essstörungen und Selbstverletzung seien ein grosses Thema. Zum Thema Angst seien die Beratungen um 30 Prozent gestiegen.

    Klima-Krise, Krieg und Corona-Pandemie als Ursache

    Die Fachorganisation für Kinder und Jugendliche führt die gestiegenen Zahlen vor allem auf die «Multikrise» zurück. «Corona-Pandemie, Klima-Krise, Ukraine-Krieg, drohende Inflation, soziale Ungerechtigkeit: Krisen überlappen sich und treffen Kinder und Jugendliche in einer besonders verletzlichen Lebensphase,» schreibt Pro Juventute.

    Kinder und Jugendliche warten derzeit lange auf eine Gesprächsmöglichkeit respektive einen Behandlungsplatz, so Pro Juventute weiter. Vor der Pandemie habe es im Durchschnitt einen Monat bis sechs Wochen gedauert, bis Jugendliche einen Termin für eine psychiatrische Behandlung erhielten. Die Wartefrist habe sich nun auf mehrere Monate verlängert.

    So verzeichneten Kliniken in Bern und Zürich 2021 über 50 Prozent suizidale Minderjährige auf den Notfallstationen als im Vorjahr, hiess es. Hier sei die Politik gefordert, die Versorgung der Jugendlichen und Kindern zu verbessern, zum Beispiel mit niederschwelligen Angeboten und Prävention.

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