Strafbar! Kapo Aargau warnt vor Katzenspielzeug aus China-Shops

Riccardo Schmidlin
Riccardo Schmidlin

Aarau,

Sie wollte ihrer Katze nur etwas Gutes tun – und steht plötzlich wegen eines verbotenen Laser-Katzenspielzeugs bei der Polizei. Solche Fälle häufen sich.

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Die Kantonspolizei Aargau warnt vor der Einfuhr von illegalem Katzenspielzeug. - Kantonspolizei Aargau

Das Wichtigste in Kürze

  • Katzenspielzeug aus China kann strafbar sein.
  • Die Aargauer Polizei warnt vor den darin enthaltenen illegalen Laserpointern.
  • Online-Käufer riskieren Geldstrafen und Strafeinträge.

Sie kann es kaum fassen: Als die junge Frau am Polizeiposten der Kantonspolizei Aargau erscheint, trifft sie der Schlag.

Der Grund ihrer Vorladung? Etwas, das sie im Leben nie für möglich gehalten hätte.

Ihm wird vorgeworfen, einen verbotenen Gegenstand ins Land gebracht zu haben.

Doch es geht nicht um Waffen, Drogen oder Schmuggelware – sondern um ein vermeintlich harmloses Spielzeug für ihre Katze.

Laserpointer
Ein Laserpointer in einem Katzenspielzeug kann den Käufern zum Verhängnis werden. - pexels

«So, wie in diesem echten Beispiel, geht es etlichen Leuten.» Das sagt der Aargauer Polizeisprecher Bernhard Graser in einem viralen Instagram-Video.

«Wir sehen dies vermehrt bei unserer Arbeit: Ohne böse Absichten wollten sie ihrer Katze und natürlich auch sich selbst eine Freude machen. Dabei stossen sie dann im Internet auf solches Spielzeug», führt er aus.

Billig-Spielzeug enthält illegalen Laserpointer

Das Spielzeug hat einen Laser eingebaut, der einen Punkt erzeugen soll, dem dann die Katzen freudig hinterher rennen.

Und das wird den Büsi-Haltern zum Verhängnis. Denn: Der eingebaute Laserpointer im Billig-Katzenspielzeug aus China ist illegal.

Wer diese Produkte ins Land holt, erhält eine Geldstrafe und im schlimmsten Fall sogar eine Freiheitsstrafe. Denn: Wer verbotene Produkte im Ausland bestellt, macht sich der rechtswidrigen Einfuhr strafbar.

Bernhard Graser
Polizeisprecher Bernhard Graser warnt vor den illegalen Einfuhren. - Kapo Aargau

Polizeisprecher Graser betont im Video: «Sich wegen eines Katzenspielzeuges für drei Franken einen Strafregistereintrag einzuhandeln, lohnt sich eindeutig nicht.»

Auf Anfrage von Nau.ch erklärt er: «Wenn wie bei den bekannten chinesischen Handelsplattformen ein Zwischenhändler fehlt, ist der Käufer logischerweise auch der Importeur.»

Aargauer Polizei meldet Anstieg von Fällen

Die Kantonspolizei Aargau verzeichnete 2025 insgesamt 37 Anzeigen, bei welchen es um verbotene Produkte mit Lasern ging. Bei 16 Fällen davon ging es um Katzenspielzeug.

2026 geht die Arbeit weiter. «Allein in diesem Jahr verzeichnen wir bereits 32 Anzeigen, wovon 18 Katzenspielzeuge betrafen», sagt Graser.

Zu den Gründen für die Zunahme kann die Aargauer Polizei nur Vermutungen aufstellen. «Denkbar ist, dass die Online-Händler solche Produkte vermehrt bewerben oder dass diese einfach im Trend liegen.»

Hast du eine Katze?

Bei welchen Shops man besonders aufpassen muss, kann die Polizei nicht sagen. «Allgemein können wir nur dazu appellieren, vorsichtig zu sein, wenn Produkte gegen das Waffenrecht verstossen könnten. Oder wenn ein Laser eingebaut ist.»

In den Kommentaren zum Video wird der Kantonspolizei Aargau fehlendes Fingerspitzengefühl unterstellt. «Peinlich» oder «wir haben grössere Probleme in der Schweiz», steht darunter etwa.

Polizei hat keinen Ermessensspielraum

Doch: Der Polizei sind die Hände gebunden. Denn es handelt sich dabei um ein sogenanntes Offizialdelikt und muss von Amtes wegen verfolgt werden.

«Wir haben somit keinen Ermessensspielraum, um Betroffene zu verwarnen», erklärt Graser. Eine Anzeige zuhanden der Staatsanwaltschaft müsse eingereicht werden. «Die Behörde hat dann immer noch die Möglichkeit, das Verfahren einzustellen.»

Die Kantonspolizei Aargau will mit dem Video mögliche Käuferinnen und Käufer solcher Produkte auf die Risiken aufmerksam machen. «Und sie vor Schaden bewahren.»

Diese Vorgaben zu Laserpointer gelten in der Schweiz.

Seit dem 1. Juni 2021 sind nur noch Laserpointer der Klasse 1 in der Schweiz erlaubt. Zudem dürfen diese Laserpointer nur noch in Innenräumen zu Zeigezwecken verwendet werden.

Laserpointer anderer Klassen sind verboten.

Kommentare

User #5020 (nicht angemeldet)

Es ist auch nicht schön seine Bürger so in die Falle laufen zu lassen. Beim ersten Mal solte es eine Verwarnung geben aber gleich drakonische Strafen auszusprechen ist nicht human. China spielt nicht fair und wer nicht weiss was verboten ist soll einfach in dem Hammer laufen? So ein krankes System.

User #5020 (nicht angemeldet)

China macht uns die Hölle heiss, ohne Folgen, ohne sich an unsere Gesetze zu halten, ohne Mehrwertsteuerabgaben, ohne Entsorgungsgebühren, ohne die Kosten der Postzustellung zu decken und ohne Gesundheits- und Umweltverantwortung zu tragen.

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