St. Galler Versicherungsgericht ehrt die erste Bundesrichterin
Ihre Karriere hat Margrith Bigler-Eggenberger, die erste Bundesrichterin der Schweiz, am St. Galler Versicherungsgericht begonnen. Zu ihren Ehren gibt es dort neu einen runden Sitzungstisch.

Als das Versicherungsgericht des Kantons St. Gallen vor 60 Jahren am 1. Juli 1966 gegründet wurde, sei Margrith Bigler-Eggenberger trotz damals noch fehlendem Frauenstimmrecht zur nebenamtlichen Richterin ernannt worden, heisst es in einer Mitteilung des Kantons.
Aus Anlass des 60-jährigen Bestehens des Versicherungsgerichts sei nun ein runder Sitzungstisch eingeweiht worden, der an Margrith Bigler-Eggenberger erinnere.
Die in Uzwil geborene Juristin war für die SP zuerst 1972 als Ersatzmitglied und danach 1974 als erste Frau ins Bundesgericht gewählt worden. Die Expertin für Sozialversicherungsrecht engagierte sich unter anderem für Chancengleichheit und Gleichberechtigung. 1994 trat sie zurück. 2022 starb sie mit 89 Jahren.
Die Stiftung FRI (Schweizerisches Institut für feministische Rechtswissenschaft und Gender Law) ist als Alleinerbin eingesetzt. Sie überlässt dem Versicherungsgericht den Tisch im Gedenken an die erste Bundesrichterin.
Sie habe ihren Platz nicht geschenkt bekommen, sie habe ihn sich erarbeitet, «zu einer Zeit, als Schweizerinnen noch nicht einmal wählen durften», sagte Stiftungsratspräsidentin Zita Küng laut Mitteilung bei der Einweihung.






