SP Fraktionschef Nordmann rechtfertigt Kandidatur gegen Genossin

    Nadine Brügger
    Nadine Brügger

    Bussigny,

    Roger Nordmann (SP) setzt sich für Gleichberechtigung ein und fordert mindestens einen Drittel Frauen im Parlament. Nun kandidiert gerade er gegen zwei Frauen.

    Coronavirus
    SP-Fraktionspräsident Roger Nordmann (SP) will gestaffelt lockern. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Nationalrat Roger Nordmann (SP) setzt sich für Gleichberechtigung ein.
    • Nun will er für die Waadt ins Stöckli. Damit konkurriert ausgerechnet er zwei Frauen.
    • Nordmann sieht darin kein Problem. Die Frauenfrage sei in der Waadt kaum mehr ein Thema.

    «Ich weiss schon, was Sie von mir wissen wollen», sagt SP-Fraktionschef Roger Nordmann. «Bin ich ein Ladykiller?»

    Ja, ist Nordmann das? Gestern reichte der Waadtländer offiziell seine Kandidatur für den Ständerat ein. Er möchte den Sitz von Géraldine Savary (SP) übernehmen. Da ist er allerdings nicht der Einzige.

    Ein Mann tritt gegen zwei Frauen an

    Vor Nordmann hatte bereits Partei- und Nationalratskollegin Ada Marra Interesse bekundet. Die Erste war aber auch sie nicht.

    SP Nationalrätin Ada Marra
    SP-Nationalrätin Ada Marra (VD). - Keystone

    Zuvor hatten die Grünen ihre Kandidatin für den Ständerat nominiert: Adèle Thorens Goumaz. Grüne und SP reichen in der Waadt eine gemeinsame Liste ein.

    Frauenfreund oder -verhinderer?

    Doch nun steht Frauenfreund und Gleichstellungs-Kämpfer Nordmann mit seinen Ambitionen gleich zwei Frauen vor der Sonne. «Ich kann diese Kritik verstehen», sagt Nordmann zu Nau, «aber ich finde, eine demokratische Wahl ist gut».

    Diese werde nun durch seine Kandidatur möglich. «Zudem: Wenn die Partei mich nominiert, haben wir mit Adèle Thorens eine partitätische Liste: Eine Frau und ein Mann.»

    Nationalrätin Adèle Thorens Goumaz
    Grüne Nationalrätin Adèle Thorens Goumaz (VD) hat auf ihrem Weg in den Ständerat die Klima-Bewegung im Rücken. - Keystone

    SP Waadt habe ihre Hausaufgaben gemacht

    Die waadtländer Genossen hätten ihre Hausaufgaben gemacht. «Wir haben drei SP-Regierungsratssitze. Alle drei sind von Frauen besetzt. Zudem gibt es in unserer Grossrats-Fraktion gleich viele Frauen, wie Männer. Auch in Bern hat die Waadt eine paritätische Delegation.»

    Wer die Amtsjahre beider Geschlechter zähle, erkenne zudem. «Seit das Frauenwahlrecht eingeführt wurde, hatte die SP Waadt mehr Frauen- als Männerjahre im Ständerat.»

    «Thema der Deutschschweiz»

    Dass seine Ambitionen eine Diskussion auslösen könnten, akzeptiert Nordmann. Das gehöre zur Demokratischen Debatte. In der SP-Waadt sei «die gleichberechtigte Vertretung der Frauen zur Zeit kaum ein Problem».

    SP im Nationalrat
    Sollte Nordmann (SP / VD) einer Frau den Platz im Stöckli wegschnappen, würde er sich gegen die Frauendiskriminierung in der zweiten Säule und allzu stereotype Rollenbilder einsetzen. Auch Lohngleichheit und mehr gemischte Teams in allen Bereichen der Arbeitswelt, liegen ihm am Herzen. - Keystone

    Es habe beispielsweise keine Gender-Diskussion gegeben, «als wir Rebecca Ruiz portierten. Die inzwischen gewählte Regierungsrätin war einfach die kompetenteste für diesen Job.»

    Nordmann spielt Ball den Bürgerlichen zu

    Doch was, wenn Deutschschweiz, Romandie und Tessin es auch mit vereinten Kräften nicht schaffen, genügend Frauen ins Stöckli zu bringen? Unter anderem, weil einer wie er gewählt wird?

    SP Frauenanteil Nationalrat Ständerat
    Seit 1971 stieg der Frauenanteil im Ständerat bis 2003 auf elf Vertreterinnen an. Seither ist er stetig gesunken. - BfS

    Das zeige, dass auch die bürgerlichen Parteien in der Verantwortung seien. «Die SP kann eine anständige Frauenvertretung im Ständerat nicht alleine sicherstellen», so Nordmann.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Jucker
    99 Interaktionen
    «Zeichen setzen»
    Putin Russland Eishockey-WM SIHF
    165 Interaktionen
    Hockey-WM

    MEHR IN NEWS

    3 Interaktionen
    Oslo
    Autohändler Ersatzteil
    35 Interaktionen
    Schock
    4 Interaktionen
    Zürich

    MEHR AUS BUSSIGNY

    Im Kanton Waadt
    Lastwagen
    2 Interaktionen
    Tragisches Unglück
    Arbeitsmarkt deutschland
    11 Interaktionen
    Stellenabbau