Solothurner Gemeinde sagt Neophyten den Kampf an
Die Gemeinde Boningen SO führte erstmals einen Neophyten-Bekämpfungstag durch. Die Initiative ging von der Umweltschutzkommission aus.

Immerhin sieben Freiwillige versammelten sich kürzlich beim Rastplatz Eichlibann in Boningen SO. Sie hatten sich zum Ziel gesetzt, invasive Neophyten in der Gemeinde zu bekämpfen; dies erstmals in der Boninger Geschichte.
Die Initiative ging von der örtlichen Umweltschutzkommission (UWK) aus. «In unserer Gemeinde gibt es immer mehr ortsfremde Pflanzen, die die einheimischen Pflanzen verdrängen», bemerkte UWK-Mitglied Sandra Dietiker bei der Einführung.
Die Neophyten würden nicht nur die einheimische Flora verdrängen, sondern es handle sich dabei auch um «grosse Überlebenskämpfer». Dies gelte insbesondere für die nordamerikanische Goldrute, aber auch das einjährige sowie das kanadische Berufkraut.

«Letzteres wächst auf den Wiesen und ist gerade bei Kühen nicht sonderlich beliebt; sie lassen es stehen», so Dietiker. Und auch dem Sommer- oder Schmetterlingsflieder wurde zu Leibe gerückt.
Da es am Vortag geregnet habe, könne man die Neophyten relativ leicht mit den Wurzeln entfernen. Eingesammelt und entsorgt wurden allerdings nur die Blüten und die Wurzelstöcke, um zu verhindern, dass sich die einzelnen Pflanzen weiter ausbreiten.
Die harmlosen Stängel konnten als Biomasse liegengelassen werden. Die Freiwilligen teilten sich in der Folge in zwei Gruppen auf und klapperten die «Hotspots» im Dorf einerseits und im Neubann parallel zur Fulenbacherstrasse andererseits ab.
Die in Säcken gesammelten Pflanzenteile wurden in der Folge abtransportiert und zum Rastplatz Eichlibann gebracht, wo sie in Containern der Bürgergemeinde deponiert und danach fachgerecht entsorgt werden konnten. Insgesamt kamen innert drei Stunden neun grosse Säcke an Biomasse zusammen.

«Es nützt etwas, wenn man die Neophyten einsammelt; sie verbreiten sich dann nicht mehr so stark», fasste Dietiker die Aktion zusammen. Wobei man diese Tätigkeiten regelmässig wiederholen sollte, um eine nachhaltige Wirkung zu erzielen.
«Mit einer einmaligen Aktion ist es nicht getan», erklärte Dietiker. Somit ist klar, dass die Neophyten-Sammelaktionen zu einem späteren Zeitpunkt wiederholt werden.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in der «Neuen Oltner Zeitung» erschienen.








