Seit Montag deckt die Schweiz ihren Energiebedarf auf Kredit

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Bern,

Die inländischen Ressourcen reichen für den Energiebedarf rechnerisch nur bis zum 27. April. Ab dann ist man bis Jahresende vollständig auf Importe angewiesen.

Gösgen
Der Kühlturm und dahinter der Reaktor des Kernkraftwerks Gösgen (KKG), aufgenommen am 13. Juni 2017, von Niedergösgen. (Symbolbild) - Keystone

Seit Montag lebt die Schweiz für ihren Energiebedarf auf Kredit. Die inländischen Ressourcen reichen für den Energiebedarf rechnerisch nur bis zum 27. April. Ab dann ist das Land bis Jahresende vollständig auf Importe angewiesen – vor allem auf Erdöl, Erdgas und Uran.

Das geht aus der jüngsten Berechnung der Stiftung Energie hervor. Die Schweiz deckt heute fast zwei Drittel ihres Energiebedarfs durch Importe, wie die Stiftung am Montag mitteilte. Dazu zählen sämtliche Erdölprodukte, Erdgas sowie nukleare Brennstoffe. Jährlich fliessen dafür rund sieben Milliarden Franken ins Ausland.

Der sogenannte Tag der Energieunabhängigkeit soll diese Abhängigkeit verdeutlichen: Er markiert den Zeitpunkt, ab dem die Schweiz rein rechnerisch vollständig von importierter Energie abhängig ist.

Mit einem geschätzten Energieunabhängigkeitsgrad von 32 Prozent im Jahr 2026 liegt die Schweiz im Vergleich zu den EU-Staaten im Mittelfeld. Estland führt die Rangliste deutlich an und deckt mehr als 97 Prozent seines Bedarfs durch Eigenproduktion. Auch Lettland, Rumänien und Schweden beziehen über die Hälfte ihrer Energie aus heimischen Quellen. Frankreich kommt auf 18 Prozent – dort fällt der «Tag der Energieunabhängigkeit» bereits auf den 9. März.

Geopolitisches Risiko

Ein Grossteil der importierten fossilen Energieträger stammt aus politisch instabilen Regionen wie dem Nahen Osten, Nordasien oder den Nachfolgestaaten der Sowjetunion und gelangt über EU-Länder in die Schweiz. Die aktuellen Spannungen im Nahen Osten würden zeigen, wie anfällig dieses System ist, so die Energie Stiftung.

Um die langfristige Versorgung zu sichern und die Abhängigkeit von autoritären Staaten zu reduzieren, sei ein konsequenter Ausbau der erneuerbaren Energien im Inland sowie eine enge Zusammenarbeit innerhalb Europas entscheidend, folgert die Stiftung weiter.

Sie fordert deshalb das Parlament auf, die Energiewende voranzutreiben, das Stromabkommen mit der EU zu verabschieden und auf neue Atomprojekte zu verzichten. Diese würden zusätzliche Abhängigkeiten von Uran schaffen – mit Verweis auf die Initiative «Stop Blackout» und den Gegenentwurf des Bundesrates.

Kommentare

User #4637 (nicht angemeldet)

Was soll der Artikel ? Die Schweiz hat nunmal kein Uran, Erdöl oder Erdgas. Sie ist ,war und wird in Zukunft in den Bereiche zu 100% Ahängig bleiben.

User #5196 (nicht angemeldet)

Merkt Ihr was? Was von den Grünen umgesetzt wird, manövriert die Schweiz zunehmend mehr in die Abhängigkeit anderer Staaten. Aber hey, macht nur weiter so. Bravo

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