Schweizer Unternehmen halten ihr Lehrstellenangebot konstant
Knapp die Hälfte der Schulabgängerinnen und -abgänger hat diesen Sommer eine berufliche Grundbildung in Angriff genommen. Dabei blieb das Angebot stabil, wie das neue Nahtstellenbarometer des Bundes zeigt: Lehrbetriebe boten rund 86'000 Lehrstellen an, wovon die meisten bis im August besetzt waren.

Von über 91'000 Jugendlichen, die im Sommer 2026 die obligatorische Schulzeit beendeten, wählten 49 Prozent eine berufliche Grundbildung. 34 Prozent entschieden sich für einen allgemeinbildenden Weg, während 17 Prozent eine Zwischenlösung bevorzugten, wie das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) am Donnerstag mitteilte. Diese Anteile blieben gegenüber dem Vorjahr konstant.
Von den rund 86'000 angebotenen Ausbildungsplätzen führen 93 Prozent zu einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) und sieben Prozent zu einem eidgenössischen Berufsattest (EBA). Bis August waren über 75'000 Lehrstellen besetzt, was einer stabilen Quote von 88 Prozent entspricht. Als Hauptgründe für unbesetzte Lehrstellen nannten die Betriebe ungeeignete oder fehlende Bewerbungen, etwa wegen ungenügender schulischer Leistungen, sprachlicher Defizite oder mangelnder Motivation.
Dem Nahstellenbarometer zufolge fühlte sich die Mehrheit der Berufseinsteigenden gut oder eher gut informiert. Viele hatten bereits Erfahrungen im Lehrbetrieb gesammelt: Zwei Drittel kannten ihre Berufsbildner, 57 Prozent besuchten den Betrieb und 55 Prozent erhielten Informationen zum ersten Arbeitstag. Rund die Hälfte nahm an Schnuppertagen teil oder lernte erste Tätigkeiten kennen.
Ein Viertel der Jugendlichen wünschte sich allerdings zusätzliche Informationen zum Lernen und zur Zeitplanung. Jeweils 23 Prozent äusserten den Wunsch nach mehr Details zu den Anforderungen der Berufsfachschule sowie zum Umgang mit Unsicherheit, Druck und Stress. Auch finanzielle Fragen und private Belastungen waren Themen, zu denen ein Teil der Jugendlichen Informationen suchte.
Das Nahtstellenbarometer erfasst die Bildungsentscheide von Jugendlichen nach der obligatorischen Schulzeit und die Situation auf dem Schweizer Lehrstellenmarkt. Das Forschungsinstitut gfs.bern führt die dreisprachige Online-Umfrage jährlich in zwei Wellen durch. Die Ergebnisse des Kurzberichts basieren auf Antworten von 2003 Jugendlichen und 3808 Unternehmen aus der ganzen Schweiz.






