Schweizer Universitäten fordern mehr Plätze im Medizinstudium
Die Schweizer Universitätsleitungen haben sich für eine Erhöhung der Ausbildungsplätze im Medizinstudium ausgesprochen. In einem am Dienstag veröffentlichten Grundlagenbericht fordern sie zudem ein landesweit vereinheitlichtes und weiterentwickeltes Zulassungsverfahren.

Die Zahl der Masterabschlüsse in Humanmedizin ist bereits von 882 im Jahr 2016 auf 1381 im Jahr 2024 gestiegen, wie aus einer Medienmitteilung der Dachorganisation Swissuniversities hervorgeht. Dennoch sei eine weitere Steigerung notwendig, um die Abhängigkeit vom Ausland zu verringern. Die Universitätsleitungen sprachen sich deshalb für ein neues Sonderprogramm aus.
Als grösster Engpass für einen Ausbau der Kapazitäten gelten die klinischen Ausbildungsplätze. Ein Ausbau erfordere die Mobilisierung aller Versorgungsbereiche, sowohl im stationären als auch im ambulanten Sektor, öffentlich und privat.
Weiter sprachen sich die Universitätsleitungen für das Aufrechterhalten eines Selektionsverfahrens aus, zumal die Anzahl der Bewerbenden die Ausbildungskapazitäten übersteige. Allerdings würden die heutigen Zulassungsverfahren vor allem kognitive Fähigkeiten berücksichtigen. Künftig solle ein schweizweit einheitliches, mehrdimensionales Auswahlverfahren auch kommunikative und interaktionelle Fähigkeiten der Bewerbenden erfassen.
Auch im Lehrplan sollten diese nicht-kognitiven Kompetenzen verankert werden. Der Bericht empfahl zudem, die Grundversorgung zu stärken. Insbesondere die Bereiche Pädiatrie und Psychiatrie sollten neben der Hausarztmedizin stärker berücksichtigt werden.
Hintergrund des Grundlagenberichts sind zwei jüngst überwiesene Vorstösse. National- und Ständerat beauftragten den Bundesrat damit, Nachbesserungen beim Numerus Clausus anzugehen und mehr Ausbildungsplätze für Ärztinnen und Ärzte zu schaffen. Bund und Kantone – vertreten durch die Schweizerische Hochschulkonferenz – wiederum beauftragten Swissuniversities mit dem Bericht.
Das Papier dient der Hochschulkonferenz nun als Entscheidungsgrundlage. Die Rektorinnen und Rektoren der Schweizer Universitäten haben das von der Universitären Medizin Zürich erarbeitete Papier zustimmend zur Kenntnis genommen.






