Allmählich erholt sich der Schweizer Tourismus von den Einbussen der Corona-Pandemie.
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Tourismus Schweiz - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Corona-Krise traf den Schweizer Tourismus in voller Stärke.
  • Die Schweiz musste lange auf ausländische Gäste verzichten.
  • Allerdings nahmen Übernachtungen inländischer Gäste in Zeiten der Pandemie zu.

Die Schweizer Tourismusbranche ist auf Erholungskurs. Schon für nächstes Jahr erwartet Martin Nydegger, dass die Zahl der europäischen Gäste wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Nydegger ist der Direktor von Schweiz Tourismus. Bei den Gästen aus Übersee dürfte die Rückkehr allerdings noch etwas länger andauern.

«Bei den Überseemärkten werden wir vermutlich bis 2025 warten müssen», sagte er am Donnerstag an der Jahresmedienkonferenz von Schweiz Tourismus.

Reiseverkehr weiterhin eingeschränkt

Ein Grund dafür ist, dass der internationale Reiseverkehr vielerorts noch immer eingeschränkt ist. Zudem sind wichtige Märkte, wie etwa die USA, noch immer auf der Liste der Risikoländer. Amerikaner können also aktuell nur mit Zertifikat in die Schweiz einreisen.

Die Zahl der Hotelübernachtungen hat von Gästen aus anderen Kontinenten 2021 gegenüber 2020 zugenommen. Dennoch war sie im Vergleich zu den Zahlen, die man sich vor der Krise gewohnt war, noch immer extrem tief. Die Schweizer Tourismusbetriebe haben vergangenes Jahr 80 Prozent weniger Übernachtungen von Gästen aus Übersee verzeichnet als vor der Pandemie.

Zahlen von inländischen Gästen nahm in der Schweiz zu

Die Zahl der Logiernächte europäischer Gäste lag im Berichtsjahr noch 50 Prozent unter dem Vorkrisenniveau. «Dass wir insgesamt aber 'nur' einen Rückgang von einem Viertel verzeichneten. Das liegt daran, dass 2021 so viele Schweizer wie noch nie im eigenen Land Ferien machten», sagte Nydegger.

Die Zahl der Hotelübernachtungen von inländischen Gästen nahm, gemäss den veröffentlichten Zahlen des Bundesamtes für Statistik, um ein Viertel zu. Damit überschritt sie erstmals die Grenze von 20 Millionen. Selbst gegenüber 2019 entspricht das einer Steigerung um 17 Prozent.

«Die Gäste aus der Westschweiz reisten in die Deutschschweiz und umgekehrt»

Doch diese Dynamik dürfte im aktuellen Jahr wieder abflachen, wie Nydegger sagte. «Wir gehen davon aus, dass die Zahl 2022 zwischen 5 und 8 Prozent höher ausfallen dürfte.»

Aber 2021 habe erneut gezeigt, dass die Schweizer gerne ihr Heimatland entdecken. Besonders erfreulich findet Nydegger, dass der Austausch über den Röstigraben hinweg stattgefunden habe. «Die Gäste aus der Westschweiz reisten in die Deutschschweiz und umgekehrt», sagte er.

Tourismus Schweiz
Tourismus Schweiz - Keystone

Da vor allem Schweizer Gäste im Inland reisten, litten die Stadthotels viel mehr als die Unterkünfte auf dem Land. Denn die Einheimischen reisten in die Berge anstatt in Städte.

Aber auch weil Geschäftsreisen nach wie vor rar sind, sind die Stadthotels die grossen Verlierer in der Coronakrise. Nydegger ist für Touristenreisen sehr zuversichtlich. Jedoch geht er beim Business-Tourismus davon aus, dass dieser das alte Niveau nie mehr erreicht.

«Kongresse, Seminare und Meetings machen uns keine Sorgen, sie werden auch in Zukunft stattfinden», sagte er. Aber individuelle Geschäftsreisen würden nicht mehr auf das alte Niveau zurückkehren. Hier rechnet Schweiz Tourismus mit einem Rückgang von 20 bis 30 Prozent.

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