Schweizer Erfindung: Pflaster gibt Medikamente auf Kommando ab
Ein neues Hightech-Pflaster der Empa gibt Medikamente auf Lichtkommando ab. Das soll die Behandlung chronischer Wunden künftig vereinfachen.

Das Wichtigste in Kürze
- Die Empa meldet: Ein neues Hightech-Pflaster gibt Medikamente auf Lichtkommando ab.
- Diese kontrollierte Abgabe habe den Vorteil, dass das Medikament genau dosiert werde.
- Bis zur Zulassung muss das Pflaster noch klinische Studien durchlaufen.
Ein neues Hightech-Pflaster der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) gibt Medikamente auf Lichtkommando ab. Das soll die Behandlung chronischer Wunden künftig vereinfachen.
Das System basiere laut Empa auf Nanopartikeln aus Siliziumdioxid, die mit einem Wirkstoff beladen und von einer Polymerhülle umgeben seien. Als Wirkstoff kam in den Versuchen das Desinfektionsmittel Chlorhexidin zum Einsatz.
Strukturveränderung dank LED-Licht
Wird diese Hülle mit sichtbarem LED-Licht bestrahlt, verändert sie ihre Struktur und wird durchlässig, wodurch der Wirkstoff austritt. Schaltet man das Licht aus, verschliesst sich die Hülle wieder und stoppt die Abgabe.
Laut den Forschenden lassen sich Zeitpunkt und Dosis über die Dauer und Intensität der Bestrahlung steuern.
Diese kontrollierte Abgabe habe den Vorteil, dass das Medikament genau dosiert werde. Dies vermindere die Gefahr, dass Bakterien in der Wunde Resistenzen entwickeln.
Forscher Luciano Boesel: «Am besten wäre es, wenn wir dieses neue System der lichtgesteuerten Wirkstoffabgabe mit einem Wundsensor kombinieren könnten.»
Sensor bestimmt Art der Bakterien
Ein solcher Sensor könnte die Art und Anzahl der Bakterien bestimmen. Das Pflaster liesse sich dann mit verschiedenen Wirkstoffen beladen, die durch Licht unterschiedlicher Wellenlängen gezielt freigesetzt werden könnten.
«Das wäre ein wichtiger Schritt in Richtung einer personalisierten Wundbehandlung», so Boesel.
Das System wurde bisher nur im Labor getestet. Bevor es als medizinisches Produkt zugelassen werden kann, muss es für den klinischen Bedarf angepasst werden und klinische Studien durchlaufen.
Es dürfte deshalb noch mehrere Jahre dauern, bis das Pflaster zur Anwendung kommt.











