Schüleragenda mit Gender-Thematik spaltet das Tessin
Gestern hat auch im Tessin die Schule wieder begonnen. Beinhaltet die diesjährige Schüleragenda auch eine politische Agenda? Darüber wird nun heiss diskutiert.

Das Wichtigste in Kürze
- Die diesjährige Ausgabe der Tessiner Schüleragenda ist höchst umstritten.
- Auf zwei Seiten wird eine genderfluide Comicfigur abgebildet.
- Mitte- und Rechtsparteien wollen die Agenda deshalb verbieten.
Die Sommerferien sind vorbei, der Unterricht an den Tessiner Schulen hat gestern wieder begonnen. Die Erziehungsdirektion hat eine neue Schüleragenda herausgegeben, über die sich Politiker seit Tagen streiten. Mitte- und Rechtsparteien sehen darin sogar einen ideologisch geführten Kampf.
Man könnte sagen, sie diskutieren wortwörtlich über eine politische Agenda. Zwei Seiten der Ausgabe beschäftigen sich nämlich mit Gender-Fluidität.
Stein des Anstosses: Eine Comicfigur erzählt dort nämlich traurig, dass sie sich manchmal als Junge, dann wieder als Mädchen fühlt.
Damit soll der Dialog gefördert und Diskriminierung verhindert werden, erklärt die Herausgeberin.
Wie SRF berichtet, können die Tessiner Gemeinden frei wählen, ob sie die Schüleragenda bereits den Fünftklässlern verteilen wollen oder nicht.
Folglich händigt die rechtsbürgerlich regierte Stadt Lugano das Heft den Schülern nun nicht aus.
Aus den Diskussionen heraus sind sogar einige Vorstösse entstanden. Einer davon verlangt, dass die Erziehungsdirektion die Agenda vor dem Druck den Politikern vorlegt. Dies verdeutliche den starken Einfluss der Politik an den Tessiner Schulen.

















