Schlechte Ausbildung führt häufig in Abhängigkeit von Sozialhilfe

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    Neuchâtel,

    Die Zahl der Sozialhilfe-Bezüger ist im Jahr 2019 leicht zurückgegangen und liegt bei 271'400. Ein schlechter Bildungsstand hängt oft damit zusammen.

    sozialhilfe
    Eine Frau wird zur Sozialhilfe beraten. (Symbolbild) - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Zahl der Sozialhilfe-Bezüger ist im Jahr 2019 leicht zurückgegangen.
    • Menschen mit einem schlechten Bildungsstand sind anfällig, abhängig davon zu werden.
    • Im Asylbereich hat die Anzahl Bezüger um über ein Drittel abgenommen

    Die Zahl an Sozialhilfe-Bezügern ist 2019 leicht zurückgegangen. Die Sozialhilfequote blieb aber konstant bei 3,2 Prozent. Menschen mit geringer Bildung haben ein hohes Risiko, von Sozialhilfe abhängig zu werden. Bei Einelternfamilien beträgt der Anteil 21,2 Prozent.

    271'400 Personen haben in der Schweiz im Jahr 2019 mindestens einmal eine finanzielle Leistung der wirtschaftlichen Sozialhilfe erhalten. Dies weisen die am Dienstag publizierten Zahlen des Bundesamts für Statistik nach.

    Jede fünfte Einelternfamilie bezieht Sozialgelder

    Davon sind 79'200 Kinder und Jugendliche. Die Hälfte der Sozialhilfebeziehenden lebt in Familien mit Kindern. Mehr als jede fünfte Einelternfamilie ist auf Sozialhilfe angewiesen. Bei Zweielternfamilien sind es dagegen nur 1,6 Prozent.

    SOZIALHILFEQUOTE
    Entwicklung Sozialhilfequote 2006 bis 2019 und Sozialhilfequote nach sozialdemographischen Merkmalen vom Dienstag, 22. Dezember 2020 - keystone

    Eine schlechte Ausbildung stellt sowohl für Ein- wie Zweielternfamilien ein erhöhtes Risiko dar. In 44,6 Prozent der Fälle haben beide Partner lediglich die obligatorische Schule abgeschlossen.

    Der entsprechende Anteil beträgt für die Mütter allein betrachtet 63,9 Prozent und für die Väter allein betrachtet 57,7 Prozent. In Einelternfamilien verfügen 53 Prozent der Erziehungsberechtigen lediglich über einen obligatorischen Schulabschluss. In 93,1 Prozent der Fälle sind es Mütter. Das liegt sechs Prozentpunkte über dem Gesamtdurchschnitt.

    Ein Drittel weniger Asylbezüger

    Im Asylbereich hat die Anzahl Bezüger um über ein Drittel abgenommen. Zum einen, weil 6,5 Prozent weniger Asylgesuche gestellt wurden.

    Zum anderen, weil die Zahl der den Kantonen zugewiesenen Asylsuchenden per 1. März 2019 gesunken ist. Dies hängt mit dem Inkrafttreten des beschleunigten Asylverfahrens in den Bundeszentren zusammen.

    Sozialhilfequote
    temporäre wohnsiedlung für asylsuchende zürich - Asylbezüger

    Als Folge dieser Entwicklungen hat die Anzahl der in der Statistik ausgewiesenen sozialhilfebeziehenden Asylsuchenden um 36 Prozent abgenommen. Der Bestand ist dadurch stärker zurückgegangen als die Referenzpopulation (minus 33 Prozent). Daher verringerte sich die Sozialhilfequote dieser Personengruppe gegenüber dem Vorjahr um 3,2 Prozentpunkte von 93 auf 89,8 Prozent.

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