Rotes Kreuz weitet Ukraine-Hilfe nach neuesten Angriffen aus
Das Schweizerische Rote Kreuz verstärkt seine Hilfe für die Ukraine nach Angriffen auf die Energieinfrastruktur. Mit Unterstützung des Bundes stellt es 200'000 Franken bereit und ruft zu Spenden auf. Damit sollen etwa beheizte Zelte finanziert werden.

Nach schweren Angriffen auf die Energieversorgung sind in der Ukraine landesweit Hunderttausende Menschen ohne Strom, Heizung und fliessendes Wasser. Die Ausfälle treffen die Bevölkerung mitten in einem Winter mit eisigen Temperaturen von bis zu minus 20 Grad, wie das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) am Donnerstag mitteilte. Allein in Kiew und Umgebung waren nach den Angriffen vom 20. Januar über eine Million Verbraucher von der Stromversorgung abgeschnitten.
Die freigegebene finanzielle Hilfe ermöglichte es der ukrainischen Rotkreuzgesellschaft, 70 beheizte Zelte für die Bewohnerinnen und Bewohner von Kiew und Umgebung zur Verfügung zu stellen, wie die Organisation auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA erklärte. Zudem werden alle notwendigen Materialien bereitgestellt, darunter heisser Tee und Schlafsäcke.
In den beheizten Zelten sollen sich die Menschen aufwärmen und ihre Mobiltelefone aufladen können. In mobilen Küchen in der Nähe der Zelte werden warme Mahlzeiten verteilt. Menschen, die ihre Wohnungen nicht verlassen können, wie Betagte oder Familien mit kleinen Kindern, werden zu Hause versorgt. Das Rote Kreuz verteilt an sie Decken, Heizkörper und Powerbanks.
Die Stromausfälle haben weitreichende Konsequenzen für das öffentliche Leben. Zahlreiche medizinische Einrichtungen, Schulen, Supermärkte und der öffentliche Verkehr mussten ihren Betrieb einstellen, was den Zugang zu wichtiger Infrastruktur erschwert. Laut Fiechter verschlimmern die Ausfälle die Angst und Erschöpfung der Bevölkerung, die durch den jahrelangen Konflikt bereits stark belastet sei.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte vergangenen Freitag im Rahmen des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos bei Bundespräsident Guy Parmelin um Hilfe gebeten.






