Regisseur Monnard über den richtigen Moment für «Ewigi Liebi»
«Ewigi Liebi» ist 2007 auf der Bühne uraufgeführt worden. Jetzt kommt das erfolgreichste Schweizer Musical aller Zeiten in die Kinos.

Regie hat Pierre Monnard («Platzspitzbaby», «Hallo Betty») geführt. Für ihn ist mit dem Film ein Traum in Erfüllung gegangen. Und er erklärt im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA, warum gerade jetzt ein guter Moment für «Ewigi Liebi – Der Film» ist.
Wie lange hat es nach den Dreharbeiten zu «Ewigi Liebi» gedauert, bis Sie den Titelsong nicht mehr im Ohr hatten?
Pierre Monnard: «Ich wohne seit mehr als 20 Jahren in Zürich. Ich lebte da, als der Song herausgekommen ist, ich lebte da, als das gleichnamige Musical auf die Bühne kam – das Lied ist ein Teil von mir, seit ich es zum ersten Mal gehört habe. Und es wird für immer in mir bleiben. 'Ewigi Liebi' ist ein Pfeiler in unserer Geschichte, ich finde das sehr schön.»
Kurz vor dem Valentinstag kommt Ihre Musicalverfilmung in die Kinos (12.02.). Was muss man darüber wissen?
Monnard: «Zum einen ist mir wichtig zu sagen, dass es immer ein Traum von mir war, einen solchen Film zu machen. Bevor ich angefangen habe, Filme und Serien zu drehen, produzierte ich in Frankreich viele Musikvideos. Ich habe das geliebt, denn es gibt nichts Schöneres, als Film und Musik zusammenzubringen. Die Musik ist die Seele eines Films und es lassen sich damit die grössten Emotionen auslösen. Das Besondere an 'Ewigi Liebi' ist: Es gibt einerseits Musicalszenen, andererseits ist die Musik Begleiterin des Geschehens und sie ist in die Geschichte integriert. Die Gelegenheit, so einen Film zu machen, gibt es in der Schweiz nicht oft.»
Während die Musik in vielen Filmen erst im Nachhinein unterlegt wird, haben Sie sie am Set live erlebt. Was war das für ein Gefühl?
Monnard: «Das war sehr emotional, als würde ich im Theater sitzen und ein Musical schauen. Ich wurde gewissermassen zum Zuschauer meiner eigenen Szenen. Das war auch für die Crew eine unglaubliche Erfahrung. Ein Beispiel ist die Einstiegszene des Films, als Daneli und Heidi 'Alperose' singen. Während der Proben war die Musik sehr laut und die Darstellenden Luca Häni und Elena Flury sangen vor dieser wunderschönen Emmentaler Landschaft. Wir haben also mit eigenen Augen gesehen, was das Publikum auf der Leinwand sieht. Da hatte ich eine Hühnerhaut.»
Sie sagen, so einen Film zu machen, sei immer Ihr Traum gewesen. Wie kamen sie letztlich zu dem Projekt?
Monnard: «Die Produzenten von Zodiac haben angerufen und mich gefragt, ob ich Interesse hätte. Und ich glaube, ich habe wirklich ohne zu Zögern sofort ja gesagt.»
Was war nach der verbindlichen Zusage grösser: die Angst, mit der Adaption eines derart erfolgreichen Musicals zu scheitern, oder die Überzeugung, dass es ein Hit wird?
Monnard: «Wir wussten, es gibt Fans, und wir wussten, wir dürfen sie nicht enttäuschen. Die Herausforderung war, die Balance zwischen Hommage und etwas Neuem zu finden. Ich probiere ich bei jedem Film, nicht daran zu denken, ob er ein Erfolg wird oder nicht. Sonst bin ich zu angespannt. So stand auch hier das Ziel im Vordergrund, einen Film für das Publikum zu machen. Für die Fans und für die, die das Musical gar nicht kennen.»
Sie sind einer der erfolgreichsten Filmemacher der Schweiz. Nach welchen Kriterien wählen Sie Ihre Projekte aus?
Monnard: «Ich habe mir immer gesagt, wenn ich einmal Regisseur bin, dann möchte ich einen Western machen, dann einen Krimi, dann einen Liebesfilm und dann einen Science-Fiction-Streifen. Ich möchte alles ausprobieren. Ausserdem hat es mir schon immer gefallen, Filme über unsere Kultur und unsere Zeit zu drehen. Ich finde das wichtig. Und jetzt ist ein guter Zeitpunkt, denn das Publikum hat grosse Lust, Schweizer Filme zu sehen.»
Und dennoch ist es schwierig, Menschen ins Kino zu bekommen. Irgendein kommerzielles Gespür müssen Sie ja auch noch haben.
Monnard: «Das habe ich schon, doch die meisten Entscheidungen haben mit meinem Geschmack zu tun. Ich mache in erster Linie Filme, die ich gerne selber sehen möchte. Im Fall von 'Ewigi Liebi' haben wir aber natürlich auch ans Publikum gedacht. Wir dachten an das Filmposter, daran, dass es schön wäre, mit einem bekannten Musiker zu arbeiten, der eine Verbindung zwischen Musik- und Filmfans schafft. Es war übrigens sofort klar, dass das Luca Hänni sein würde. Und wir sind sehr glücklich mit seiner Leistung.»
Aber wir werden auch mal wieder einen Arthouse-Film von Ihnen sehen?
Monnard: «Klar, ich liebe Arthouse-Filme. Aber ich denke, im Moment macht es Sinn – für die Kinobesitzenden und überhaupt die die ganze Branche -, ein bisschen ans Publikum zu denken.»
Gerade sind Sie mit «Hallo Betty» und «Ewigi Liebi» präsent – woran arbeiten Sie als nächstes?
Monnard: «Im Frühling werde ich eine TV-Serie drehen. Ich kann noch nicht viel sagen ausser, dass es eine internationale Serie über einen sehr bekannten Charakter sein wird. Es geht um den bekanntesten Detektiv aller Zeiten.»*
*Dieses Interview von Miriam Margani, Keystone-SDA, wurde mithilfe der Gottlieb und Hans Vogt Stiftung realisiert.






