Nach dem umstrittenen Polizeieinsatz vom vergangenen Wochenende nahe der Reitschule hat sich nun der Berner Regierungsrat Philippe Müller geäussert.
Dieses Video nahe der Reitschule sorgt bei FDP-Regierungsrat Philippe Müller für Besorgnis. - Youtube/Revolutionäre Jugend Gruppe
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Das Wichtigste in Kürze

  • Am Wochenende kam es bei der Reitschule zu einem umstrittenen Polizeieinsatz.
  • Der Polizei- und Militärdirektor des Kantons Bern bezieht nun Stellung – er sei besorgt.

Am vergangenen Wochenende kam es nahe der Reitschule zu einem umstrittenen Polizeieinsatz. Zivil-Polizisten wollten Sprayer anhalten und fuhren auf ein Trottoir. Soviel ist klar. Zu dem, was genau geschah, kursieren aber zwei fundamental unterschiedliche Berichte.

Während Aktivisten der Revolutionären Jugend Gruppe Bern von einer «Amokfahrt» sprechen, bei der eine Person verletzt wurde, macht die Polizei die Aggressionen vonseiten der Sprayer aus. Heute Dienstag hat nun auch der Berner Regierungsrat Philippe Müller (FDP) in einer Mitteilung Stellung bezogen.

Video lenkt ab

Der Polizei- und Militärdirektor des Kantons Bern sei besorgt. Das Video, das vom Vorfall veröffentlicht wurde, lenke von den «tatsächlichen Vorkommnissen und Schwierigkeiten rund um die Situation bei der Reitschule» ab.

Philippe Müller reitschule FDP
Philippe Müller ist Leiter der Polizei- und Militärdirektion des Kantons Bern. - pom.be.ch

Weiter steht in der Medienmitteilung: «Es ist augenscheinlich, dass mit dem Video versucht wird, die Legitimität des polizeilichen Handelns in Frage zu stellen.» Die Anschuldigungen konnten zudem bisher nicht belegt werden.

Eine Gefährdung sei durch das Polizeifahrzeug nicht auszumachen. «Hingegen sind auf dem Video strafbare Handlungen vermummter Personen sowie gewalttätiges Vorgehen der im Einsatz stehenden Polizisten deutlich zu sehen.»

Reitschule ist empört

Zudem würde die Polizeiarbeit «rund um den Brennpunkt Reitschule» immer wieder behindert. Auf Anfrage schreibt die Mediengruppe der Reitschule, dass man empört über die Aussagen Müllers sei.

«Was würde Müller sagen, wenn zwei Reitschüler mit 20 km/h durch eine Gruppe FDPler fahren würden, die auf dem Trottoir des Hotel Bellevue stünden?», so die schriftliche Antwort.

Zurzeit sei man noch immer mit Abklärungen zu einer möglichen Strafanzeige beschäftigt. Die Kantonspolizei Bern hat laut Medienstelle bisher von keiner Anzeige im Bezug auf den Vorfall Kenntnis.

Am Samstag hatte die Kantonspolizei kommuniziert, dass das Auto in angepasstem Tempo fuhr. Der Fahrzeuglenker hatte zudem gehupt.

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