Raubkunst-Vorwurf bei Cézanne-Ausstellung in der Fondation Beyeler
Die Fondation Beyeler sorgt erneut für Diskussionen in der Schweizer Kunstwelt wegen eines umstrittenen Cézanne-Aquarells.

Die Fondation Beyeler sieht sich wegen eines Cézanne-Aquarells neuen Vorwürfen ausgesetzt. Laut dem «SRF» meldete sich ein Nachfahre des früheren Besitzers bei Schweizer Behörden.
Das Werk «La montagne Sainte-Victoire» war Teil einer grossen Cézanne-Ausstellung in Riehen. Die Fondation Beyeler zeigte dort rund 80 Ölgemälde und Aquarelle des französischen Malers.
Der kalifornische Unternehmer Peter Schweitzer betrachtet das Bild als früheren Familienbesitz. Das Aquarell gehörte einst dem jüdischen Sammler Gustav Schweitzer aus Berlin.
Kommission kann nicht eingreifen
Die Familie floh während der nationalsozialistischen Verfolgung aus Deutschland und verlor zahlreiche Kunstwerke. Die Schweizer Kommission für historisch belastetes Kulturerbe kann dennoch nicht selbstständig aktiv werden.
Dem «SRF» zufolge verhindert der Status als private Leihgabe eine unmittelbare Untersuchung durch die Kommission. Die Behörde dürfte erst nach Zustimmung aller beteiligten Parteien offiziell vermitteln oder Empfehlungen formulieren.
Der Provenienzforscher Willi Korte kritisierte die bisherigen Abklärungen der Fondation Beyeler deutlich. Die «Taz» berichtet zudem über zunehmenden Druck jüdischer Organisationen und internationaler Provenienzexperten.
Fondation Beyeler weist Vorwürfe zurück
Die Fondation Beyeler weist sämtliche Vorwürfe zurück und verweist auf frühere Herkunftsabklärungen. Dem Museum lagen bislang keine konkreten Hinweise auf Raubkunst oder Fluchtgut vor, wie das «SRF» berichtet.
Die Verantwortlichen wollen den heutigen Eigentümer dennoch über die aktuellen Verdachtsmomente informieren. Laut der «BaZ online» steht besonders die Transparenz früherer Provenienzprüfungen im Fokus der Diskussion.

Historiker Georg Kreis fordert deshalb eine faire Lösung zwischen Eigentümer und betroffener Familie. Dem «SRF» zufolge könnten dabei finanzielle Anerkennungen und gemeinsame Vereinbarungen eine wichtige Rolle spielen.








