Psychische Probleme treiben KMU-Personalausfälle deutlich nach oben

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Bern,

    35 Prozent der KMU sind mittelmässig oder stark von psychisch bedingten Ausfällen betroffen. Trotzdem bleibt Prävention oft auf der Strecke.

    Stress
    Immer mehr KMU spüren die Folgen psychisch bedingter Fehlzeiten. Besonders auffällig: Viele Betriebe setzen weiterhin kaum auf Prävention. - Depositphotos

    Das Wichtigste in Kürze

    • Personalausfälle belasten KMU finanziell zunehmend stark.
    • Vier von zehn Unternehmen waren in den letzten zehn Jahren betroffen.
    • Psychisch bedingte Fehlzeiten nahmen laut AXA-Studie deutlich zu.

    Davon betroffen waren in den vergangenen zehn Jahren vier von zehn Unternehmen, bei grösseren Firmen mit 50 bis 250 Mitarbeitenden waren es sogar 62 Prozent, wie eine Studie der AXA zeigt.

    Neben dem generellen Anstieg der Fehlzeiten erweist sich auch die psychische Belastung der Mitarbeitenden als Herausforderung, wie es in der am Donnerstag veröffentlichten AXA-KMU-Arbeitsmarktstudie heisst. AXA ist ein weltweit tätiges Versicherungsunternehmen mit Hauptsitz in Paris.

    Psychische Belastung trifft mehr KMU

    Gut ein Drittel der befragten kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) gab laut der Studie an, mittelmässig oder sogar stark von Ausfällen betroffen zu sein, die auf die mentale Verfassung der Mitarbeitenden zurückzuführen sind.

    Gegenüber dem Jahr 2023 entspricht das einer Zunahme von zehn Prozentpunkten (35 Prozent gegenüber 25 Prozent).

    Eigenverantwortung senkt Fehlzeiten

    Dabei zeigt die Studie einen bemerkenswerten Zusammenhang, wie es weiter heisst: Unternehmen, die Freiheit und Eigenverantwortung als wichtiges Führungsprinzip nennen, berichten seltener von psychisch bedingten Fehlzeiten.

    Während in Unternehmen mit diesem Führungsverständnis 27 Prozent von entsprechenden Ausfällen betroffen sind, liegt der Anteil bei Betrieben ohne dieses Leitprinzip bei 43 Prozent.

    Wie viel Verantwortung tragen Arbeitgeber für die psychische Gesundheit ihrer Mitarbeitenden?

    66 Prozent der befragten Unternehmen sind der Meinung, dass die Verantwortung für das mentale Wohlbefinden der Belegschaft bei den Führungskräften liege.

    Prävention nimmt nicht zu

    Trotzdem hat die aktive Umsetzung von Präventionsmassnahmen laut der AXA-Studie seit 2023 nicht zugenommen, im Gegenteil: Der Anteil jener Unternehmen, die gezielt auf eine offene Feedbackkultur setzen, ist demnach gegenüber 2023 sogar leicht zurückgegangen – von 35 auf 28 Prozent.

    Und die Förderung der körperlichen Gesundheit durch Ernährung und Bewegung sowie die Schulung von Vorgesetzten stagnieren auf sehr tiefem Niveau (14 Prozent beziehungsweise 11 Prozent im laufenden Jahr).

    Jedes vierte kleine und mittlere Unternehmen berichte zudem, keinerlei spezifische Massnahmen zu ergreifen, um psychisch bedingten Fehlzeiten vorzubeugen.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #4586 (nicht angemeldet)

    Halbe Wahrheit. Freizeit auch Probleme.

    User #4586 (nicht angemeldet)

    Meistens so; mieses Arbeitsklima.

    Weiterlesen

    Depression Studie Sotomo
    42 Interaktionen
    Mitarbeiter-Ausfälle
    1 Interaktionen
    Zürich
    9 Interaktionen
    Winterthur

    MEHR AUS STADT BERN

    Chiesa Schnegg
    615 Interaktionen
    Zwei neue Kandidaten
    Gewalt
    1 Interaktionen
    Kanton Bern
    Kanton Bern
    Kanton Bern
    Kanton Bern
    Kanton Bern