Proteste gegen Tech-Oligarchen und deren KI-Rechenzentren
In Beringen SH soll ein Rechenzentrum eines US-KI-Anbieters entstehen. Aktuell laufen dagegen Proteste. Nau.ch hat vor Ort mit den Protestierenden gesprochen.
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Das Wichtigste in Kürze
- Aktivisten protestieren in Beringen SH gegen den Bau eines Rechenzentrums.
- Sie warnen vor hohem Strom- und Wasserverbrauch der Anlage.
- Nau.ch hat sich vor Ort ein Bild gemacht und mit den Aktivisten gesprochen.
Vermummt, mit Plakaten in den Händen und ohne Bewilligung: Rund ein Dutzend Aktivisten der Gruppe «Aufstände der Allmende» protestieren in Beringen SH gegen den Bau eines Rechenzentrums.
Das Datenzentrum eines US-amerikanischen KI-Anbieters bezeichnet Laurent, den Nau.ch vor Ort traf, als «physischen Machtausbau der Tech-Oligarchen». Namentlich nennt er etwa Elon Musk und Peter Thiel von Palantir. Ihre Agenden dominieren gemäss dem Aktivisten, was wir sehen, erleben und was auf der Welt passiert.
Die Gruppe kritisiert zudem den enormen Verbrauch an Strom und Wasser. Auf ihren Plakaten steht unter anderem: «Kein Trinkwasser für Tech-Oligarchen.» Die Anlage benötigt gemäss der Gruppe fast so viel Strom wie der gesamte Kanton Schaffhausen.
Der Region drohe durch den zusätzlichen Verbrauch von etwa 55'000 Kubikmetern Wasser pro Jahr eine Verknappung.
Thema im Schaffhauser Kantonsrat
Unterstützung erhielten sie durch eine Stellungnahme der Schaffhauser SP-Kantonsrätin Eva Neumann. Sie wurde verlesen, da sie selbst nicht vor Ort war. Neumann kritisiert den Bau bereits seit April 2021.
Im Schaffhauser Kantonsrat gaben das Rechenzentrum in Beringen sowie allenfalls weitere geplante Projekte bereits mehrfach Anlass zu Diskussionen. So forderten beispielsweise FDP, SVP und Grüne in diesem Zusammenhang mit einem gemeinsamen Vorstoss einen verantwortungsvollen Umgang mit Bauland.
Der Protest sollte ursprünglich in einem Camp stattfinden, wofür die Gemeinde Beringen jedoch keine Bewilligung erteilt habe. Das stattdessen im nahe gelegenen Benken ZH geplante Camp wurde gestern von der Polizei beendet.
Die Aktivisten kritisierten den Polizeieinsatz als staatlichen Übergriff. Der Austausch soll nun in einem Veranstaltungsraum in der Stadt Schaffhausen fortgesetzt werden.

Am Bahnhof Beringen kam es am Freitag zudem zu einer Personenkontrolle einer Aktivistin und eines Aktivisten. Dies aufgrund eines möglichen Verstosses gegen das Vermummungsgesetz, wie Nau.ch vor Ort erfuhr.













