Auch beim Preisüberwacher hinterliess die Pandemie seine Spuren. Im Jahr 2021 stand das Gesundheitswesen im Fokus.
Preise im Gesundheitswesen, darunter jene für Labortests auf Covid-19, standen im vergangenen Jahr im Fokus des Preisüberwachers. (Symbolbild)
Preise im Gesundheitswesen, darunter jene für Labortests auf Covid-19, standen im vergangenen Jahr im Fokus des Preisüberwachers. (Symbolbild) - sda - KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Fokus des Preisüberwachers stand 2021 das Gesundheitswesen.
  • Auch mit dem Gaspreis und den Kosten für digitalen Zahlungsverkehr befasste er sich.
  • Die Pandemie hinterliess ebenfalls seine Spuren.

Der Preisüberwacher hat sich im letzten Jahr unter anderem mit Preisen im Gesundheitswesen, dem Gaspreis und den Kosten des digitalen Zahlungsverkehrs befasst. Die Corona-Pandemie hinterliess auch bei seiner Arbeit Spuren, wie der Preisüberwacher am Montag mitteilte.

Er habe sich namentlich mit den Preisen für Labortests auf Sars-CoV-2 und den Kosten der Covid-19-Impfungen befasst, schreibt der Preisüberwacher in einer Mitteilung zu seinem Jahresbericht 2021. Dazu habe er formelle Empfehlungen zur Senkung dieser Preise und Pauschalen an den Bundesrat adressiert.

Als Folge davon seien die Preise für Labortests leicht reduziert worden. Sie seien aber immer noch zu hoch. Die Pauschalen für die Verabreichung der Impfungen wurden demnach sogar erhöht statt reduziert.

Prüfung der Spitaltarife und Grundversicherung

Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt war laut Mitteilung die Prüfung der Spitaltarife in der Grundversicherung. Zu berechnen war ein neues nationales Benchmarking für die stationären Spitaltarife der akutsomatischen Spitäler und der psychiatrischen Kliniken. Die Benchmarkwerte dienen dem Preisüberwacher als Grundlage für die Abgabe von konkreten formellen Tarifempfehlungen.

Bei den Spitaltarifen der Kranken-Zusatzversicherung habe eine Untersuchung gezeigt, dass die hohen Spitaltarife in einem Missverhältnis zu den tatsächlichen Mehrkosten für die Zusatzleistungen stehen, schreibt der Preisüberwacher. «Es bestehen mithin klare Indizien, dass die Tarife im Zusatzversicherungsbereich flächendeckend überhöht sind. Es besteht dringender Handlungsbedarf.» Der Preisüberwacher stehe diesbezüglich im engen Kontakt mit der betroffenen Branche und der Finma.

Preisüberwacher
Zusatzversicherte zahlen in Spitälern mehr. - Keystone

Ein aktualisierter Preisvergleich bei Generika zeige eine deutliche Überhöhung der Schweizer Preise, heisst es in der Mitteilung weiter. Gegenüber 15 Vergleichsländern seien die Preise der jeweils günstigsten Generika von 20 patentabgelaufenen umsatzstarken Wirkstoffen in der Schweiz durchschnittlich mehr als zweieinhalbmal so teuer (+165%), die patentabgelaufenen Originalmedikamente seien 64 Prozent teurer.

Mit der Post hat sich der Preisüberwacher auf ein ergebnisneutrales Preis- und Massnahmenpaket bei der Paket- und Briefpost für 2022 und 2023 geeinigt. Hauptbestandteil sind vorteilhafte neue Massnahmen im Paketversand für KMU. Im Gegenzug wurde das Briefporto für die A- und B-Post leicht erhöht. Abgelehnt hat der Preisüberwacher hingegen eine Erhöhung der Paketpostpreise.

Gaspreise stark gestiegen

Stark gestiegen sind letztes Jahr die Gaspreise. Als Folge davon eröffnete der Preisüberwacher ab Herbst 2021 mehrere Abklärungen zu Preiserhöhungen, die die Gasunternehmen mit den gestiegenen Kosten für die Erdgasbeschaffung begründeten. Diese Abklärungen dauern gemäss Mitteilung an.

Aktiv war der Preisüberwacher auf dem Gebiet des kommunalen Ver- und Entsorgungswesens. Die Anzahl der unterbreiteten Tarife habe nochmals zugenommen. Analysiert wurden insgesamt 102 Wassertarife, 81 Abwassertarife und 82 Abfalltarife.

Im Bereich der Finanzdienstleistungen wurde das Gebührenmodell der Worldline/Six Payment Services AG («SIX») für die neu eingeführten VISA-Debitkarten (VPAY und Visa Debit) und MasterCard Debit analysiert. Dabei habe er festgestellt, dass bei den grösseren Transaktionsbeträgen unverhältnismässige Preiserhöhungen resultierten, schreibt der Preisüberwacher. Mit dem marktführenden Unternehmen habe er eine einvernehmliche Regelung erzielen können, welche die Händler vor ungerechtfertigten Preiserhöhungen bei höheren Transaktionsbeträgen schütze.

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