Polizei markiert Präsenz vor unbewilligter Kundgebung in Bern
Ein Jahr nach der ausgearteten Palästina-Demo in Bern rufen linke Kreise heute wieder zu einer unbewilligten Kundgebung auf. Die Polizei markiert Präsenz.

Das Wichtigste in Kürze
- Am Sonntag findet in Bern eine unbewilligte Demo gegen den Imperialismus statt.
- Genau vor einem Jahr artete die Gaza-Demo aus.
- Die Polizei steht mit einem sichtbaren Dispositiv im Einsatz.
Polizeikräfte aus mehreren Kantonen stehen heute Sonntag in Bern im Einsatz. Dies, weil Unbekannte zu einer unbewilligten Kundgebung gegen Imperialismus aufgerufen haben. Diese soll am Jahrestag der Gaza-Demo 2025 in Bern stattfinden.
Damals wurden bei einem stundenlangen Gewaltexzess im Stadtzentrum sowohl Polizisten als auch Demonstrierende verletzt. Zudem entstand massiver Sachschaden.
«Kreatives Konzept» angekündigt
Für diesen Sonntag haben die unbekannten Organisatoren im Internet ein «kreatives Konzept» angekündigt. Dies, um der Einkesselung durch die Polizei zu entgehen. Sie riefen für Mitte Nachmittag zur Besammlung an verschiedenen Orten auf.
«Diese Demo wird nicht konfrontativ sein und Repression soll vermieden werden», schreiben die Organisatoren. Es werde vielmehr dynamisch verlaufen. Die Demonstrierenden würden uns durch die Stadt bewegen, um die Mitschuld der Schweiz an Genozid, Imperialismus und Siedlerkolonialismus anzuprangern.
Die Demonstrierenden fordern ein Ende militärischer Besatzungen und staatlicher Repression sowie den Schutz indigener Völker und die Rückgabe ihrer historischen Land- und Selbstbestimmungsrechte.
Mehrere hundert Demonstrierende versammelten sich am Nachmittag im Rosengarten. Dort mischten sich junge Leute, viele mit der Kufiya – dem Palästinensertuch – gekleidet, unter die vielen Familien und Touristen, wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur Keystone-SDA berichtete. Dazu riefen sie «Free, free Palestine».
Nau.ch-Bilder zeigen zudem eine Zusammenrottung am Eigerplatz. Hier startete die Velodemo der zweiteiligen unbewilligten Kundgebung. Dutzende sind mit dem Velo angereist, viele mit Palästinenser-Tuch. Die Polizei führt Kontrollen durch.
Auch rund um den Bahnhof in Bern haben sich am Sonntagnachmittag viele Polizisten versammelt. Verschiedene Restaurants in der Nähe des Bahnhofs haben geschlossen und das Mobiliar vorsorglich reingeräumt.

Auch auf dem Bundesplatz wurde für die unbewilligte Demonstration vorgesorgt. Das Bundeshaus wurde mit Gittern und Absperrband abgesperrt.
Die Polizei teilte im Kurznachrichtendienst X mit, sie werde mit einem sichtbaren Dispositiv im Einsatz stehen. Es seien Einschränkungen des privaten und öffentlichen Verkehrs zu erwarten.
Für heute Nachmittag bestehen Aufrufe zu einer unbewilligten Kundgebung an verschiedenen Standorten in #Bern. Wir stehen mit einem sichtbaren Dispositiv im Einsatz. Es ist mit Verkehrseinschränkungen zu rechnen.
— Kantonspolizei Bern (@PoliceBern) October 11, 2026













