Pharma-Kaderleute finden in Schweiz keinen Job - wollen zu viel Lohn
Die goldenen Zeiten der Pharma-Jobs sind vorbei: Stellen werden gestrichen, Toplöhne verschwinden – und hochqualifizierte Fachkräfte finden kaum noch Arbeit.

Das Wichtigste in Kürze
- Seit 2022 stagniert die Zahl der Beschäftigten in der Schweizer Pharmabranche.
- In den kommenden Jahren könnten die Beschäftigtenzahlen noch weiter sinken.
- Die Fachpersonen haben Probleme, neue Jobs zu finden – auch wegen ihrer Lohnvorstellungen.
Die Pharmabranche steckt in der Krise – und das schon seit einigen Jahren.
Nach jahrzehntelangem Wachstum ist der Boom vorbei: Seit 2022 stagniert die Zahl der Jobs in der Schweiz.
Rund 50’000 Stellen werden oft genannt. Tatsächlich waren es laut Bundesamt für Statistik 2025 aber nur etwa 48’600. Und selbst diese Zahl dürfte weiter sinken.
Die Stimmung in der Branche ist angespannt. Am Treffen von Führungskräften in Zürich wurde deutlich: Viele rechnen mit einem deutlichen Jobabbau. Besonders schwierig ist die Lage für Kaderleute und Fachspezialisten in Bürofunktionen – offene Stellen sind rar, wie die «NZZ» berichtet.
Die Lohnvorstellungen sind oft zu hoch
Viele von ihnen stehen vor einem Problem: Sie finden kaum neue Jobs. Ähnlich wie die Bänker müssen sie akzeptieren, dass viele gut bezahlte Positionen verschwunden sind. Und ihre Lohnvorstellungen oft zu hoch sind.
Der Grund? Die Branche verdient weniger Geld. Der Druck aus den USA wächst. Unter anderem durch politische Massnahmen von Donald Trump, die Pharmafirmen zu teuren Investitionen in den USA zwingen.

Gleichzeitig verlieren viele wichtige Medikamente bald ihren Patentschutz – günstige Nachahmer drängen auf den Markt. Bis 2030 drohen massive Umsatzeinbussen. Branchenbeobachter rechnen mit rund 300 Millionen Dollar!
Für die Pharma-Unternehmen bedeutet das konkret: Ein striktes Sparprogramm.
Auf der ganzen Welt verschwinden Jobs
Und das zu Lasten der Angestellten. Grosse Konzerne wie Novartis, Roche und Pfizer bauen weltweit tausende Stellen ab – auch in der Schweiz.
Der amerikanische Konzern Pfizer hat seit Mitte 2024 an seinen Standorten in Zürich und Zug bereits 170 Stellen gestrichen. Bei Novartis sollen bis Ende nächsten Jahres 550 Stellen in Stein AG gestrichen werden.
Weltweit sollen 2025 über 22 000 Arbeitsplätze gestrichen worden sein. Das rechnet die Branchenplattform Fierce Pharma laut der «NZZ» vor.
Etwas besser soll es für Forscher und Produktionsmitarbeitende aussehen – sie bleiben gefragt. Das erklärt Rechtsanwalt Pierre Derivaz der Zeitung. Er arbeitet bei der Arbeitnehmerorganisation «Angestellte Schweiz» und begleitet regelmässig Konsultationsverfahren in der Pharmabranche.
Trotzdem gilt laut Derivaz: Wer heute einen Job sucht, muss flexibel sein. Wer einen Umzug in eine andere Stadt in Kauf nimmt, hat bessere Chancen, etwas zu finden.












