Pflege-Dachverband Alliance Care meldet Konkurs an
Der Pflege-Dachverband Alliance Care steht vor dem Aus. Nach nur gut einem Jahr soll Konkurs angemeldet und die Organisation aufgelöst werden.

Das Wichtigste in Kürze
- Alliance Care will Konkurs anmelden und den Dachverband auflösen.
- Über den endgültigen Schritt wird am 14. Oktober entschieden.
- Der Verband war erst im Juni 2025 gegründet worden.
- Zu wenige neue Mitglieder brachten Alliance Care in Finanznot
Der Pflege-Dachverband Alliance Care steht vor dem Aus. Der Steuerungsausschuss beantragt, Konkurs anzumelden und die Organisation aufzulösen.
Noch ist der Schritt nicht endgültig beschlossen. Der Pflegerat und die Delegiertenversammlung sollen am 14. Oktober darüber entscheiden, wie Alliance Care am Mittwoch mitteilt.
Zu wenige Mitglieder
Die finanziellen Probleme hatten sich bereits seit Monaten abgezeichnet. Im Juni kündigte Alliance Care 17 seiner damals 91 Mitarbeitenden.
Auch der Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner (SBK) sprang ein und unterstützte den Dachverband mit einem Darlehen.
Doch eine externe Analyse kommt nun zum Schluss, dass Alliance Care nicht mehr saniert werden könne.
Besonders bitter: Die Organisation war erst im Juni 2025 gegründet worden. Ziel war es, alle in der Pflege tätigen Personen unter einem gemeinsamen Dach zu vereinen.
Dazu sollten neben diplomierten Pflegefachpersonen auch Fachpersonen Gesundheit, Assistentinnen und Assistenten Gesundheit sowie Pflegehelfende gehören.
Erwartungen erfüllten sich nicht
Doch genau dort blieb der erhoffte Zulauf aus. Bereits im Juli hatten die Tamedia-Zeitungen berichtet, dass deutlich weniger Personen aus diesen Berufsgruppen beitraten als erwartet.
«Die erhofften neuen Mitglieder blieben weiterhin aus», schreibt Alliance Care nun selbst.

Das Leistungsangebot und der Personalbestand seien für die vorhandenen Einnahmen deutlich zu gross gewesen.
Präsidentin zeigt sich bestürzt
Alliance-Care-Präsidentin Sophie Ley zeigt sich über die Entwicklung enttäuscht. Sie ist gleichzeitig Präsidentin des SBK.

«Wir sind mit grosser Überzeugung angetreten, der Pflege mit einem Dachverband in der Schweiz eine starke, gemeinsame Stimme zu geben. Dass uns dies nicht in der erhofften Form gelungen ist, schmerzt mich sehr», wird Ley im Communiqué zitiert.








