ÖV-Ausbau: Wo neue Bahnlinien entstehen, steigen die Mietpreise

Simon Huber
Simon Huber

Dietikon,

Mit der Eröffnung einer neuen Bahnlinie in der Agglomeration von Grossstädten steigt der Mietpreis deutlich. Das geht aus einer neuen Studie hervor.

leman express
Mit der Entstehung des Léman Express steigen in Genf die Mietpreise stark an. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Der ÖV-Ausbau führt zu höheren Mieten in betroffenen Gemeinden.
  • Besonders stark ist der Effekt beim Léman Express (+7,4 %).
  • Gleichzeitig entstehen mehr Neubauten, was die Preise zusätzlich antreibt.

Eine gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr wird für viele Wohnungssuchende immer wichtiger. Doch genau diese bessere Erreichbarkeit hat ihren Preis.

Eine Analyse der Immobilienfirma Wüest Partner zeigt: In Regionen mit neuen Bahnverbindungen steigen die Mieten stärker als anderswo.

Findest du die Mietpreise zurzeit zu hoch?

Untersucht wurden die Limmattalbahn im Raum Zürich, der Léman Express in Genf sowie der GoldenPass Express zwischen Montreux und Interlaken.

Mietpreis steigt im Grossraum Genf am deutlichsten

Am deutlichsten ist der Effekt im Grossraum Genf. Dort liegen die Mieten seit der Inbetriebnahme des Léman Express rund 7,4 Prozent höher als in vergleichbaren Regionen. Im Limmattal beträgt der Anstieg rund 2,5 Prozent, beim GoldenPass Express etwa 2,8 Prozent.

Auch Eigentumswohnungen werden teurer. In Genf stieg der Preis um rund 6,8 Prozent und im Raum Zürich um 3,2 Prozent.

Der Grund: Bessere Verbindungen machen Gemeinden attraktiver. Die Nachfrage steigt und damit auch die Zahlungsbereitschaft.

Zudem wird in gut erschlossenen Gebieten mehr gebaut. Neubauten sind in der Regel teurer und treiben die Durchschnittsmieten zusätzlich nach oben.

Wohnungssuchende sind im Zwiespalt

Für Wohnungssuchende hat das zwei Seiten: Der Suchradius wird grösser, gleichzeitig steigen die Preise gerade in gut angebundenen Regionen.

limmattalbahn
Der Trend steigender Mietpreise rund um neue ÖV-Projekte dürfte anhalten. - keystone

Der Trend dürfte anhalten. In der Schweiz sind derzeit rund 600 ÖV-Projekte geplant, mit Investitionen von insgesamt rund 112 Milliarden Franken. Davon profitieren vor allem wirtschaftlich starke Regionen.

Weil Wohnungen in den Zentren immer teurer werden, resultiert das für viele in längeren Pendelwegen.

Mehr zum Thema:

Kommentare

User #4330 (nicht angemeldet)

Es ist ein sehr rentabler Markt mit praktisch keinen Risiken. Die maximale Rendite des Bundes wird mehrheitlich überschritten. Hinzu kommen billigste Materialen (Eyecatcher mit Farbe und Sichtbeton). Schalldicht ist kaum ein MFH-Neubau.

User #5659 (nicht angemeldet)

Die grösste Frechheit: Jemand besitzt privat Land, oder auch eine Firma, und will in Zürich ein Mehrfamilienhaus bauen. Die Stadt und die Grünen bestimmen dann sogar, dass keine Parkplätze gebaut werden dürfen, nicht einmal im privaten Haus in einer Tiefgarage. Echt krass. Ich kenne ein grosses Bürogebäude, welches vor 30 Jahren in Zürich gebaut wurde, beim grossen nicht öffentlichen dazugehörenden Parkhaus sind die oberen 2 Stockwerke zugemauert, dank Links und Grün, die Bereiche werden als Lager und Archiv genutzt. Die Leute die keinen Platz mehr haben, kurven dann minutenlang im Quartier herum, oder fahren lange Umwege, sehr umweltfreundlich. Und in der Stadt baut man mit viel Lärm und enormen Aufwand und Umweltverschmutzung noch altmodische starre, fixe, unflexible Tramlinien. Statt einfach flexible E-Bus Linien. Aber jede Woche liest man von Tramunfällen in Zürich, es wird alles unter den Tisch gekehrt. Umweltschutz geht anders liebe Grüne.

Weiterlesen

Die Geleise im Bahnhof Luzern sind leer.
3 Interaktionen
Fahrplanwechsel
Wohnen Zürich
27 Interaktionen
Absurde Mietpreise
Wohnung
121 Interaktionen
4000.- für 4 Zimmer

MEHR AUS AGGLO ZüRICH

Meilen
Rega
Horgen ZH