Openair Frauenfeld

Openair Frauenfeld: So hat sich das Festival entwickelt

Nico Wrzeszcz
Nico Wrzeszcz

Frauenfeld,

Das Openair Frauenfeld hat einen grossen Wandel hinter sich – und zog vor und nach diesem Wandel Weltstars an.

Openair Frauenfeld
Früher hiess das Openair «Out in the Green» und zog Rock-Fans, wie hier an der Premiere 1987, nach Frauenfeld. - Stadtarchiv Frauenfeld

Das Wichtigste in Kürze

  • Vom 9. bis 11. Juli steigt das legendäre Openair in Frauenfeld.
  • Das Musik-Festival hat einen grossen Wandel durchgemacht.
  • 1987 fand das erste Rockfestival auf der Pferderennbahn statt.

Der Ursprung der weltweiten Openair-Bewegung liegt im Woodstock-Festival von 1969. Davon liessen sich erste Festivals in der Schweiz Anfang der 1970er-Jahre inspirieren. 1987 dann fand das erste Rockfestival auf der Pferderennbahn Frauenfeld statt, das «Out in the Green» war geboren.

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Rund 30'000 Besucherinnen und Besucher lockte das Festival seinerzeit an und ist mit heute kaum mehr zu vergleichen. Abwechslung boten damals zwei Festwirtschaften und eine Tombola, für die Sicherheit sorgten drei Motorrad- und ein Boxclub. Und es gab damals für Familien sogar einen festival-eigenen Kinderhort.

Weltstars in den 90ern

Seine Anfänge nahm das Openair als gemütliches Rock- und Reggae-Festival unter dem Namen «Out in the Green». Doch bereits in seinen ersten zehn Jahren zog das Festival grosse Stars in die Kantonshauptstadt.

Ein Blick auf die Line-Ups lohnt sich auf jeden Fall. Am Samstag des «Out in the Green» 1991 spielten Bob Geldof, Die Toten Hosen, Foreigner, Status Quo, The Blues Brothers Band und Toto: Ein Star folgte dem anderen. 1997 traten Rammstein und David Bowie in Frauenfeld auf.

1998 wurde es historisch. Den Anfang machten damals am Donnerstag, 9. Juli 1998, die Rolling Stones, gefolgt von Deep Purple und Pur am Freitag. Am Samstag standen damals unter anderem Eros Ramazotti und Iggy Pop auf der Bühne, ehe der Abschluss am Sonntag Bob Dylan und Joe Cocker gehörte.

Openair Frauenfeld
Früher war das Openair Frauenfeld ein Ort für Rock-Liebhaber. - keystone

Mit dem Festival 1998 wollte man in die Top-Liga der europäischen Riesenfestivals aufsteigen, alles wurde grösser, teurer und kommerzieller. Der Auftritt der Stones brach dabei alle Rekorde – und auch gleichzeitig das Genick des Veranstalters.

Der Auftritt war in diesem Jahr das einzige Stones-Konzert in der Schweiz und sorgte auf der Autobahn A7 für einen rund zwölfeinhalb Kilometer langen Stau.

Dieser Auftritt war auch gleichbedeutend mit dem beginnenden Niedergang des «Out in the Green». Rund vier Millionen Franken zahlten die Veranstalter damals den Rolling Stones.

Diese lockten zwar etwa 60'000 Besucherinnen und Besucher nach Frauenfeld, die restlichen Festivaltage enttäuschten dann mit nur rund 20'000 Gästen. Das «Out in the Green» ging damals Konkurs, dieser finanzielle Ruin führte über Umwege dazu, dass neue Veranstalter das Ruder übernommen haben.

Wandel zum Hip-Hop-Tempel

Das Pech des damaligen Ruins war das Glück für das Openair Frauenfeld, wie man es heute kennt. Mit einer Neuausrichtung hatte sich das Festival Anfang der 2000er langsam für urbane Musik geöffnet. Auch in der Anfangszeit der «neuen Ära» lockte man zahlreiche Stars auf die Grosse Allmend.

Mit Cypress Hill trat 2004 der erste grosse Hip-Hop-Act auf, damals umrahmt von grossen Stars wie P!nk oder Motörhead. Doch der Hip-Hop-Auftritt zeigte den Veranstaltern damals, in welche Richtung die Reise in Zukunft gehen sollte. Nur ein Jahr später, 2005, gab sich Snoop Dogg die Ehre, in Frauenfeld aufzutreten.

Openair Frauenfeld
Heute zieht das Openair Frauenfeld Hip-Hop-Fans aus aller Welt an. - keystone

Im Jahr 2006 folgte dann die offizielle Umbenennung in Openair Frauenfeld, so wie es heute weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist. Doch was sich in all dem Wandel nicht geändert hat: die Musikstars, die auch weiterhin Jahr für Jahr nach Frauenfeld reisen und die Festivalbesucher unterhalten.

Jay-Z, Kanye West, 50 Cent, Eminem, Travis Scott, Drake oder auch deutschsprachige Grössen wie die Fantastischen Vier oder Sportfreunde Stiller, um nur einige zu nennen. Auch die Zuschauerzahlen erreichten neue Höhen.

Waren bei den Rolling Stones 1998 insgesamt rund 140'000 Leute am Festival, wurde 2022 mit über 200'000 verkauften Tickets ein neuer Rekord aufgestellt.

Auch für das diesjährige Frauenfelder Open-Air vom Donnerstag, 9. bis Samstag, 11. Juli, ist die Liste der Acts lang.

Welche Stars und Sternchen genau auftreten und die Grosse Allmend zur Hip-Hop-Party machen, erfährt man auf der Webseite des Festivals.

Hinweis

Dieser Artikel ist zuerst in den «Frauenfelder Nachrichten» erschienen.

Kommentare

User #5578 (nicht angemeldet)

die Liste ist nicht mehr lang.. die grossen Stars kommen schon lange nicht mehr.. respektive waren schon alle einmal da.. es folgen immer wieder die gleichen 2-3 Namen alle 1-2 Jahren.. TOP ACT kommen nicht mehr.. ein Einheitsbrei das Lineup zu 95% Unbekannt für alle Ü30 Personen..

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