Das Neuchâtel International Fantastic Film Festival (NIFFF) zeigt vom 1. bis 9. Juli 128 Werke aus allen fünf Kontinenten, darunter elf Weltpremieren. Die amerikanische Schriftstellerin Joyce Carol Oates wird die internationale Jury präsidieren.
NIFFF
Bald beginnt das Neuenburger Filmfestival NIFFF. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Dass eine Autorin und mehrfache Pulitzer-Preis-Finalistin Ehrengast und Jurypräsidentin sei, stehe für den «wertvollen» interdisziplinären Aspekt des Festivals, sagte Pierre-Yves Walder, neuer Generaldirektor und künstlerischer Leiter des NIFFF am Donnerstag vor der Presse.

Das Festival bekräftige seinen Status als Brückenbauer zwischen Generationen und Kunstformen – «dies stets im Zeichen der Inklusion», hiess es in der Medienmitteilung weiter.

Das Festival wird am 1. Juli mit der internationalen Premiere des mystischen Dramas «Les cinq diables» von Léa Mysius eröffnet und endet am 9. Juli mit der Schweizer Premiere des Animationsfilms «I am what I am» von Sun Haipeng. Der mit 10'000 Franken dotierte H.R. Giger-Preis «Narcisse» wird anlässlich dieser Abschlusszeremonie verliehen.

Das aus rund 800 Filmen zusammengestellte Programm umfasst elf Weltpremieren, zehn internationale Premieren, sieben Europapremieren und 44 Schweizer Premieren. Der Nachwuchs wird mit zwei internationalen Premieren geehrt: die psychotische Erzählung «Hypochondriac» der Amerikanerin Addison Heimann, die in das gequälte Unterbewusstsein ihrer Figur eintaucht, sowie «Nos cérémonies», der erste Spielfilm des Franzosen Simon Rieth, der ebenso sonnig wie trauernd ist.

Zwei Vertreterinnen der neuen Generation lateinamerikanischer Filmemachenden sind mit der Europapremiere des Okkult-Thriller «Huesera» der Mexikanerin Michelle Garza Cervera und der chilenischen Ökofabel «The cow who sang a song into the future» von Francisca Alegría vertreten.

Auch im Wettbewerb finden sich Autorinnen und Autoren wieder, die das Festival einst geprägt haben. Das französisch-litauische Duo Kristina Buozyte und Bruno Samper sind mit der postapokalyptischen Erzählung «Vesper» vertreten, ebenso wie der Italiener Gabriele Mainetti, der in «Freaks out» den Faschismus anhand der Reise von vier Kreaturen mit übernatürlichen Kräften thematisiert, oder das amerikanische Duo Justin Benson und Aaron Moorhead mit «Something in the dirt», einem schrägen Science-Fiction-Thriller mit verschwörungstheoretischen Untertönen.

Im asiatischen Wettbewerb werden zwei Weltpremieren gezeigt. Die nicht-kompetitive Sektion Third Kind wird den verwandten Genres der Fantastik einen zentralen Platz widmen und präsentiert dieses Jahr die Schweizer Vorpremieren von Produktionen, die in Cannes geglänzt haben. So zum Beispiel der dämmrige Thriller «Holy Spider» von Ali Abbasi über eine iranische Gemeinschaft, die mit ihren Dämonen kämpft.

Das kostenlose Label NIFFF Extended, das den neuen Technologien gewidmet ist, und NIFFF Invasion, das multidisziplinär und für das breite Publikum bestimmt ist, vervollständigen das Festival. Das Open Air auf dem Place des Halles hat nun eine Kapazität von 700 Plätzen. Das Publikum kann unter dem Sternenhimmel restaurierte klassische Meisterwerke wie Steven Spielbergs «E.T. the Extra-Terrestrial» oder Alfred Hitchcocks «Psycho» entdecken oder wiedersehen.

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