Hans-Rudolf Schwarz, der neue Direktor der Justizvollzugsanstalt Thorberg im Kanton Bern, gibt für die Haftanstalt einige Neuerungen bekannt.
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Blick durch das Gitter des Spazierhofs in der Justizvollzugsanstalt JVA Thorberg, am Dienstag, 16. Juni 2020 bei Krauchthal BE. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Direktor der der Justizvollzugsanstalt Thorberg ist Hans-Rudolf Schwarz.
  • Für die Haftanstalt im Kanton Bern plant er einige Neuerungen.

Hans-Rudolf Schwarz ist seit Anfang 2020 Direktor der Justizvollzugsanstalt Thorberg im Kanton Bern. Nun plant er die Einführung einiger Neuerungen. So kommen künftig Straftäter zuallererst in eine Eintrittsabteilung, wo ihre Stärken und «risikoorientierten Defizite» abgeklärt werden.

Danach werden für jeden Gefangenen individuelle Ziele erstellt, wie Schwarz am Dienstag an einer Medienkonferenz auf dem Thorberg sagte. Mit einem verstärkt interdisziplinär ausgerichteten Prozess soll angestrebt werden, dass die Gefangenen die Ziele erreichen.

Auf Anfrage sagte Benjamin Brägger, diese Neuerungen seien «absolut notwendig und richtig». Denn sie entsprächen den Anliegen der Revision des Schweizerischen Strafgesetzbuchs von 2007.

Damals sei festgehalten worden, dass der Strafvollzug das soziale Verhalten des Gefangenen zu fördern habe. Insbesondere die Fähigkeit, straffrei zu leben. Brägger ist Sekretär des Strafvollzugskonkordats Nordwest- und -Innerschweiz, zu dem der Kanton Bern gehört. Er untersuchte 2014 als externer Experte die Zustände auf dem Thorberg.

Anforderungen für Vollzugsplan mit Verspätung erfüllt

Laut Brägger sieht das Strafgesetzbuch auch vor, dass das Anstaltspersonal zusammen mit dem Gefangenen einen Vollzugsplan erstellt. Diese Anforderungen würden nun auf dem Thorberg mit Verspätung erfüllt. Noch vor sechs Jahren habe es dort fast keine solchen Vollzugspläne gegeben.

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Hans-Rudolf Schwarz ist seit Beginn des Jahres der neue Direktor. - Keystone

Thorberg-Direktor Schwarz hat den Plan, eine Eintrittsabteilung zu schaffen und den Vollzugsplan interdisziplinär umzusetzen. Somit geht er einen Schritt weiter als die meisten Justizvollzugsanstalten von heute. Das sei «modern», so Brägger. Als ehemaliger Direktor der Justizvollzugsanstalt Witzwil BE mit ihrem offenen Vollzug sei Schwarz für die Umsetzung die richtige Person.

Gelinge die Umsetzung, erfolge dies zum Nutzen sowohl von Gefangenen als auch der Gesellschaft.

Thorberg hat bewegte Zeiten hinter sich

Die Sicherheitsdirektion des Kantons Bern lud die Medien am Dienstag aufs Gelände bei Krauchthal BE. Dies weil der Thorberg bewegte Zeiten hinter sich hat. Das Amt für Justizvollzug nimmt seine Führungsaufgabe auf dem Thorberg nur ungenügend wahr. Dies ergab eine Sonderprüfung der kantonalen Finanzkontrolle im September 2018.

Seit 2014 kam es dort zu zwei Abgängen von Direktoren; der jetzige Direktor Schwarz ist seit Anfang Jahr im Amt.

Der Thorberg ist eine von elf Justizvollzugsanstalten des Strafvollzugskonkordats Nordwest- und Innerschweiz. Bis zu 180 Insassen nimmt sie auf, für 130 Personen ist sie Arbeitgeberin. Der Thorberg dient unter anderem dem Vollzug von langen Freiheitsstrafen, von stationären therapeutischen Massnahmen und von Verwahrungen.

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Die Justivollzugsanstalt Thorberg. - Nau

Schwarz stellte am Dienstag eine ganze Reihe von weiteren Neuerungen vor. So unter anderem, dass eine ganze Reihe von Kaderleuten ihre Büros künftig in den Zellentrakten haben. Bisher arbeiten sie im historischen Schloss auf dem Anstaltsareal. Schwarz will, dass diese Leute näher bei den Gefangenen sind.