Nest unauffindbar: Jetzt jagen Imker Asiatische Hornisse mit Drohnen
Rund um Herisau AR fliegt die Asiatische Hornisse ihre Runden. Nun spannen die Imker zusammen und suchen gemeinsam nach dem Nest.

Das Wichtigste in Kürze
- In Herisau AR sorgt derzeit die Asiatische Hornisse für Aufregung.
- Das Nest, das sich irgendwo in der Region befindet, lässt sich einfach nicht finden.
- Imkerinnen und Imker spannen deshalb nun zusammen.
- Mit einem WhatsApp-Gruppenchat oder Drohnen sagen sie dem Schädling den Kampf an.
Helle Aufruhr bei den Imkerinnen und Imkern in Herisau. Der Grund: Das Nest der Asiatischen Hornisse, das sich irgendwo in der Region befindet, ist noch immer nicht gefunden. Die Imkerinnen und Imker in und rund um Herisau spannen deshalb zusammen.
Mit einem WhatsApp-Gruppenchat, mit Wärmebildkameras ausgestatteten Drohnen, selbstgemachten Hornissenfallen und wachen Augen sagen sie dem Schädling den Kampf an. Im Chat teilen sie Fotos der Hornisse, teilen mit, wo sie den Schädling gesehen haben, und organisieren Suchtrupps.
Gemeinsam wollen sie das Nest finden, aus dem die Hornisse kommt. Und es dann durch einen Experten zerstören lassen.
«Hornisse grün markiert»
Auch am vergangenen Sonntag fragte ein Gruppenmitglied in die Runde: «Was gibt's Neues?» Wenig später erfolgte bereits der erste Bericht eines anderen Mitglieds der Gruppe.

«Sicherlich vier Asiatische Hornissen pro Tag gesichtet. Diese wurden grün gekennzeichnet», schreibt das Mitglied. Wiederum ein anderes Mitglied berichtet von einer selbstgebastelten Lockstelle und der vermeintlich perfekten Mischung einer Flüssigkeit, um die Hornissen anzulocken.
«Habe hier viele europäische Hornissen – meist vier bis fünf gleichzeitig. Aber noch keine Asiatische Hornisse gesichtet», so das Mitglied weiter.
Ein anderes Gruppenchat-Mitglied berichtet von einer entspannten Stimmung. «Zwei Asiatische Hornissen habe ich markiert und wieder fliegen gelassen.»
«An einen Tisch sitzen»
Am Telefon sagt ein Gründermitglied der WhatsApp-Gruppe: «Im Alleingang handeln wir nicht. Wir sind mit dem Kanton und auch dem Bund im Austausch.»
Gleichzeitig sagt er auch, dass er und einige andere Imkerinnen und Imker versuchen, die Mitglieder der Bienenvereine Appenzeller Hinterland und Appenzeller Vorderland an einen Tisch zu bekommen.
«Leider gestaltet sich das schwieriger als erwartet. Aber wir sollten alle an einem Strick ziehen. Ansonsten können wir unsere Bienenvölker auch gleich sich selbst überlassen.»
Vorsicht bei eigenen Fallen
Bullinger lobt den Einsatz der Imkerinnen und Imker rund um Herisau. Aktuell werde im Dreieck Rietwies, Bahnhof Herisau und bis nach Schachen nach den Schädlingen Ausschau gehalten.
«Bei selbstgebauten Fallen ist aber Vorsicht geboten», so das Mitglied und ergänzt: «Alle, die mithelfen wollen und Fallen bauen: Kauft Fallen, bei denen nur Hornissen gefangen werden und kleinere Insekten wieder aus der Falle entkommen.»
Diese Fallen seien im Handel zu kaufen. Über Meldungen von Sichtungen aus der Bevölkerung sei man froh. Diese solle man direkt am Kanton melden.
Umzug in Sekundärnester
Vor rund zwei Wochen gab der Kanton Appenzell Ausserrhoden bekannt, dass die Asiatische Hornisse in der Umgebung von Herisau gefunden wurde.
Dass die Imkerinnen und Imker mit der Suche auf die Tube drücken, hat einen bestimmten Grund: Die Völker sind gerade daran, von ihren gut sichtbaren Primärnestern in riesige Sekundärnester umzuziehen. Diese hängen meist hoch oben in Baumkronen und sind kaum zu entdecken.

Auch im Kanton St. Gallen und in weiteren Kantonen ist die Asiatische Hornisse bestätigt.
Ausrottung nicht mehr möglich
Was den umtriebigen Imkerinnen und Imkern nicht gefallen dürfte, ist, dass Experten aus den Kantonen zugeben, dass die Ausrottung des Schädlings nicht mehr möglich ist.
Hinweis
Dieser Artikel ist zuerst in den «Herisauer Nachrichten» erschienen.








